Die Top 12 des fotoforum-Awards 1/2018
»Architektur«

1. Platz, Kategorie In der Stadt

Alexander Gohlke: »Vienna Calling (Gesamtsieger)«

Alexander Gohlke aus Dorfen hatte schon länger die Idee, die Hektik und das wilde Treiben in Großstädten mithilfe von Mehrfachbelichtungen auf die jeweilige Gebäude­struktur zu übertragen. Während einer Exkursion durch Wien fand er dann die passenden Gebäude, die er fotografisch übereinanderlegte. Die Jury benötigte ein paar Sekunden, um das Bild zu verstehen. Mit jeder weiteren Sekunde wuchs allerdings die Begeisterung und es wurden unterschiedlichste Interpretationsmöglichkeiten des Bildes noch vor Ort ausgiebig entdeckt und diskutiert.

300 Euro / 10 Punkte

2. Platz, Kategorie In der Stadt

Werner Becker: »grau in grau«

Werner Becker aus Hamburg entdeckte bei einem Fotostreifzug dieses Motiv. Es zeigt eines der vier Hochhäuser, die zum City-Hof in Hamburg gehören. Er begab sich extra auf das oberste Stockwerk eines Parkhauses, um die beste Perspektive auf die graue Fassade mitsamt Werbeplakat zu bekommen. Die Jury freute sich über das Sinnesspiel und die perfekte Aufteilung des Bildes.

200 Euro / 7 Punkte

3. Platz, Kategorie In der Stadt

Hans Wichmann: »Erasmus Brug«

Die Erasmusbrücke in Rotterdam war das Motiv von Hans Wichmann aus Köln. Bei leicht bewölktem Himmel schraubte er einen starken ND-Filter vor sein Objektiv und suchte sich den perfekten Standpunkt für seine vierminütige Belichtung. Bei der anschließenden Bildbearbeitung legte er Wert auf die partielle Belichtungsoptimierung. Genau diese Feinarbeit hat die Jury überzeugt, denn das Bild begeisterte sie in allen Belangen.

100 Euro / 6 Punkte

1. Platz, Kategorie Industrie

Detlef Klein: »Zeelandbrücke«

Ganze fünf Kilometer misst die Zeelandbrücke, die Detlef Klein aus Bochum fotografierte. Dazu erzählt er eine kleine Anekdote: „Das Bild entstand bei recht kalter Witterung im Februar 2017 und ich verbrachte fast den ganzen Tag bei windigem Wetter unter dieser Brücke. Ich war schon eine Weile vor Ort, als plötzlich – und für mich völlig unerwartet – zwei Taucher, wie aus dem Nichts direkt vor mir am Ufer auftauchten. Einer der Taucher sprach mich an und fragte, ob es bei der Witterung nicht zu kalt sei, um unter der Brücke zu stehen und sie zu fotografieren. Ich musste grinsen und antwortete, dass es an Land bestimmt angenehmer sei als in der sicherlich eisigen Nordsee.“ Die drei Juroren erfreuten sich an den klaren Linien, der Symmetrie und der trefflichen Schwarz-Weiß-Umwandlung.

300 Euro / 8 Punkte

2. Platz, Kategorie Industrie

Gerhard Wöhr: »Kraftwerk«

Bei einer Führung durch ein Kraftwerk entdeckte Gerhard Wöhr aus Weinstadt dieses grafische Motiv und setzte es gekonnt in Szene. Das minimalistische, strenge und dennoch schwungvolle Bild fand sofort Zuspruch bei den Juroren.

200 Euro / 7 Punkte

3. Platz, Kategorie Industrie

Kirsten Heinrich: »Wartebox«

Kirsten Heinrich aus Weinheim beteiligte sich an einer Architekturführung über den Vitra Campus in Weil am Rhein und fotografierte für ihre Fotoserie Pausenplatz. Die drei Juroren nahmen gedanklich Platz und machten ebenfalls eine kleine Pause, als sie das Bild entschlüsselten. Sie fanden viele Details im vermeintlich klaren Bild und hoben begeistert die Daumen.

100 Euro / 6 Punkte

1. Platz, Kategorie Auf dem Lande

Karl Heinz Offermann: »Natur und Architektur«

Eine für die Eifel typische sogenannte Haushecke fotografierte Karl Heinz Offermann aus Aachen. Haushecken bieten dem dahinterliegenden Haus Schutz vor Wind und Schlagregen. Die Hecken können bei einer Stärke von bis zu einem Meter vier bis sechs Meter hoch werden. Die Jury erfreute sich an der starken Geometrie sowie an der gekonnten Blickführung des Bildes.

300 Euro / 8 Punkte

2. Platz, Kategorie Auf dem Lande

Dieter Mendzigall: »Haltestelle«

Mitten in der kargen Landschaft des norwegischen Dovrefjell-Sunndalsfjella-Nationalparks entdeckte der Fotograf Dieter Mendzigall aus Diekholzen diese Haltestelle im Nirgendwo. Eigentlich waren Moschusochsen sein Fotoziel, doch am Ende des Tages fanden sich keine Vierbeiner, sondern dieses Gebäude auf der Speicherkarte. Für die Jury war es der Beweis, dass Architektur auch einfach und unspektakulär trefflich in Szene gesetzt werden kann.

200 Euro / 7 Punkte

3. Platz, Kategorie Auf dem Lande

Guilherme Saint-Denis: »A walk in the sky«

Aus einer ungewöhnlichen Perspektive zeigt dieses Bild die Hängebrücke Highline179 in Tirol, fotografiert von ­Guilherme Saint-Denis aus Gerlingen. „Ich wollte ein symmetrisches Motiv einfangen – die Herausforderung war jedoch weniger technisch, sondern eher kompositorisch. Der beste Standpunkt und die richtige Brennweite mussten dafür gefunden werden“, kommentiert er sein Bild. Für die Jury war es kein einfaches Bild. Sie diskutierte viel, lobte schlussendlich aber die gekonnte Umsetzung.

100 Euro / 6 Punkte

1. Platz, Kategorie Treppen

Karl-Heinz Thomas: »Feuertreppe«

Rätselhaftes zeigt uns Karl-Heinz Thomas aus Loxstedt. Er fotografierte die Feuertreppe der Kunsthalle in Bremerhaven mit einer Mehrfachbelichtung. Nur hatte er diese Mehrfachbelichtung nicht eingestellt und vermutet einen temporären technischen Defekt in seiner Nikon D90. Erst am PC offenbarte sich ihm das zufällige Treppenkunstwerk. Die Jury war begeistert vom Flächenspiel und den Farben. Ein Hoch auf den Zufall!

300 Euro / 8 Punkte

2. Platz, Kategorie Treppen

Beat Seematter: »Schattenspiel«

Beat Seematter aus Brigerbad/CH fährt täglich auf dem Weg zur Arbeit an einem Chemieunternehmen vorbei. Jeden Tag sieht er dort diese Kulisse, immer wieder hält er an, um sie zu fotografieren. Am 23.12.2016 um genau 12:25 Uhr entstand dann dieses Fotos. Der Jury gefielen das Spiel mit Licht und Schatten sowie der gekonnte Bildaufbau. Die warmen Farben unterstreichen den Schattenwurf und lassen die Silowand fast schon natürlich wirken.

200 Euro / 7 Punkte

3. Platz, Kategorie Treppen

Brigitte Wildling: »Ecken und Kanten«

Brigitte Wildling aus Linz/A fotografierte den Eingangsbereich der spanischen Kultureinrichtung CaixaForum in Madrid. „Ich hatte hier sofort ein Schwarz-Weiß-Foto im Kopf und wollte diese Ecken und Kanten und die reflektierenden Flächen möglichst gut einfangen“, beschreibt sie die Situation. Die Jury freute sich über den gekonnten Bildaufbau sowie die exzellente Schwarz-Weiß-Umwandlung. Das Thema Treppe wurde mit Bravour formatfüllend gemeistert.

100 Euro / 6 Punkte