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fotoforum-Autor Karsten Mosebach gewinnt Fritz-Pölking-Preis 2017

26. Oktober 2017 - Christian Beck
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Der Naturfotograf und fotoforum-Autor Karsten Mosebach aus Hilter am Teutoburger Wald überzeugte die Jury des renommierten Fritz-Pölking-Preises mit seinem Portfolio Im Reich der Schleiereule. Hierfür fotografierte er innerhalb von anderthalb Jahren Eulen auf einem alten Bauernhof nahe seiner Heimat. Herausgekommen ist dabei eine Bilderstrecke, mit der Karsten Mosebach beeindruckende Einblicke in die Lebensweise von Schleiereulen gewährt. Der internationale Fritz-Pölking-Preis wird seit zehn Jahren von der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen (GDT) für herausragende naturfotografische Werke vergeben.

Karsten Mosebach (Jahrgang 1969) wollte eigentlich nur ein paar Flugaufnahmen der auf einem alten Bauernhof lebenden Schleiereulen machen. Doch die alte, kaputte Scheune mit ihrem urigen Charme faszinierte ihn so sehr, dass er sie in die Eulenbilder integrierte. Im Verlauf von anderthalb Jahren fotografierte er die Vögel insgesamt neun Monate lang – vor einem kaputten Fenster, im Flug, innerhalb und außerhalb der Scheune. Dabei verwendete er Blitzgeräte und Lichtschranken. 
Karsten Mosebach, Schleiereule, fotoforum
Durch die völlige Schwärze der Umgebung löst sich das Tier regelrecht aus Zeit und Raum. Die Flügel sind perfekt symmetrisch ausgerichtet. Der Blick geht in Richtung Kamera und die Schatten in der Mitte der Flügel akzentuieren und modellieren das Gefieder.
Karsten Mosebach, Schleiereule, fotoforum
Schemenhaft wie ein Geist ist die Eule vor dem Fenster zu erkennen. Die Kombination aus langer Belichtungszeit und kurzer Blitzleuchtdauer sorgt dafür, dass die Eule transparent erscheint.

Wie die Bilderstrecke entstanden ist, kann man detailliert in Karsten Mosebachs neuem Praxis-Buch „Gute Fotos, harte Arbeit“ nachlesen. Zusammen mit dem jungen Naturfotografen Hermann Hirsch hat er das Buch im September bei uns im fotoforum-Verlag veröffentlicht. Karsten Mosebach und Hermann Hirsch beschreiben in dem Buch den Entstehungsprozess ihrer Naturfotos von der ersten Idee zum Top-Bild. Dabei vermitteln sie tiefe Einblicke in ihre Arbeitsweise, erläutern ihre Strategien und geben Tipps für den Weg zum perfekten Naturfoto. Weitere Infos zum Buch finden Sie HIER.
Karsten Mosebach, Schleiereule, fotoforum
Während sich die Eule nach unten stürzt, beleuchtet ein Blitz das Tier von schräg links hinten. Die Position des Blitzes, der die Eule beleuchtet, wurde so gewählt, dass die Lichtstrahlen selbst nicht im Bild erscheinen, die staubige Luft im Bild aber als grauer Schleier links im Bild zu sehen ist.
Karsten Mosebach, Schleiereule, fotoforum
Wie kaum ein anderes Bild demonstriert dieses die nächtliche Lebensweise sowie den Lebensraum der Schleiereulen. Das Bild ist aber keine Einzelaufnahme, sondern aus 50 Einzelbildern zusammengesetzt. Mit der ersten Auslösung fotografierte Karsten Mosebach die anfliegende Eule. Mit den folgenden Fotos hat er jeweils den Sternenhimmel aufgenommen. Anschließend wurden die Bilder in Photoshop ineinanderkopiert.

Am Freitag, den 27. Oktober, um 18 Uhr wird der Fritz-Pölking-Preis im Rahmen des Internationalen Naturfotofestivals im Heinz-Hilpert-Theater in Lünen an Karsten Mosebach überreicht. Die Ausstellung wird im Anschluss eröffnet.
Wer mehr über die Arbeitsweise von Karsten Mosebach und Hermann Hirsch erfahren möchte, kann sich am Samstag (28.10.2017) um 15.30 Uhr in der Rundsporthalle Lünen ihren Kurzvortrag „Gute Fotos, harte Arbeit“ ansehen. Der Eintritt ist frei!
Auch der fotoforum-Verlag wird auf dem GDT-Festival in Lünen vertreten sein. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Alle Infos zum GDT-Festival finden Sie HIER.

Super Fotos! Es macht richtig Freude, sie anzuschauen.Herzlichen Glückwunsch, wenn auch spät!
Liebe Grüße,
Helga Wittlionger