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Fotografieren bei Wind, Wetter und gutem Wein

11. Januar 2018 - Julia Reisinger
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Aremorica, so nannten es die Gallier. Was so viel bedeutet wie Das Land am Meer, lässt nicht nur die Herzen von Asterix und Obelix-Fans höher schlagen, sondern weckt auch ungeahnte Kräfte bei Fotografen - ganz ohne Zaubertrank. Denn sie können in der Bretagne zur Höchstform auflaufen, bietet die Region doch eine Hülle und Fülle an faszinierenden Fotomotiven. Von schroffen Felsküsten über mittelalterliche Architektur bis hin zu kulinarischen Motiven sollte dieser Zipfel Frankreichs auf der To-do-Liste aller Fotografen stehen.

Mein Name ist Julia Reisinger und ich möchte Ihnen in diesem Blogbeitrag einige der schönsten und spannendsten Motive der Nordbretagne zeigen.
Unsere gemeinsame Reise startet in St. Malo. Dort kann man sich wunderbar auf die Suche nach grafischen Motiven begeben und sich vom urbanen Flair treiben lassen. Der Ort ist durch Tradition und - natürlich - auch vom Tourismus geprägt. Fotografisch bietet es sich hier an, viel schwarz-weiß zu arbeiten, um Stimmungen und das Gewimmel der Stadt besser zu fokussieren.
Auch wenn es in St. Malo bunt hergeht, lassen sich viele Motive besonders schön in S/W umsetzen.

Gleichzeitig schaffen in St. Malo die Gezeiten einige Motive. Spannend sind beispielsweise die Pfähle, die erst bei Ebbe so richtig zum Vorschein kommen und farblich sowie grafisch einen tollen Kontrast zu den Felsen bieten. Es macht viel Spaß, sich in St. Malo fotografisch treiben und die Motive auf sich wirken zu lassen. Denn eines ist gewiss: Davon findet man hier reichlich.
St. Malo bietet viele grafische Motive.

Ein Highlight der Region ist natürlich Mont Saint Michel - das Neuschwanstein Frankreichs. Es gehört zwar rein geographisch zur Normandie, ist aber mit seiner Lage direkt an der Grenze zur Bretagne allemal einen Abstecher wert. Das UNESCO-Weltkulturerbe strahlt seinen Stolz bereits aus großer Distanz über das flache Land aus. Lohnenswert ist eine Wattwanderung (inklusive Fußpeeling), die einzigartige Perspektiven und Motive für Fotografen bietet. Besonders spannend ist es, auf die Spiegelungen bei Ebbe zu achten, die, wenn es zeitlich passt, in der Dämmerung besonders tolle Motive versprechen. So oder so sollte man sich die Dämmerung oder sogar die Nacht für dieses Bauwerk reservieren. Denn es ist fast egal, wie es um das Wetter oder die Tide steht, Mont Saint Michel als Motiv funktioniert immer.
Mont Saint Michel mit Blick über das Watt.
Es macht Spaß, sich an Motiven auszuprobieren und Dinge auch einmal etwas mutiger in Szene zu setzen.

Ein Stückchen weiter Richtung Westen in der Bretagne findet sich das Cap Fréhel. Das Gelände ist weitläufig und ein ausgiebiger Fotowalk bietet sich an. Vogelliebhaber können hier so manche Art entdecken und mit etwas Glück finden sich nachher Papageientaucher oder auch Eissturmvögel auf der Speicherkarte wieder. Überaus beeindruckend sind allerdings auch die verschiedenen Gebäude im Umkreis. Ein Weitwinkel lädt dazu ein, mit Perspektiven sowie Vorder- und Hintergründen zu arbeiten.
Auf Fototour am Cap Fréhel.
Das Fort la Latte am Cap Fréhel.

Frankreich und besonders auch die Bretagne stehen für Kulinarik. Tolles Essen, fantastischer Käse, leckerer Wein und köstliche Desserts schmecken und sind gleichzeitig tolle Fotomotive für Foodfotografen. Ähnlich berühmt sind die meist landestypischen Unterkünfte, die oft nicht nur für die Schlafenden, sondern auch für Fotografen interessant sind. Alte, sich meist im Privatbesitz befindende Herrenhäuser haben ihren ganz eigenen Charme für die Architekturfotografie am Tag und in der Nacht.
Die typischen französischen Mahlzeiten bieten ebenfalls Motive satt.
Ferienhaus á la Bretagne!

So richtig weit weg vom Motiv ist man in der Bretagne nirgends und spontane abendliche Touren bieten sich an, um kleine Häfen oder Städte wie beispielsweise Paimpol zu erkunden. Mit etwas Zeit im Gepäck kann man die Motive und das Flair, das sie versprühen, auf sich wirken lassen und in seine Bildideen mit einbeziehen. Das macht großen Spaß und man kann sich selbst dabei beobachten, wie man an der Inspiration dieser Orte fotografisch wächst. 
Der Hafen von Paimpol einmal kreativ umgesetzt.

Ein fotografisches Muss ist die Abtei Beauport. Deren alte Gemäuer haben eine lange Historie, stehen seit 1790 mehr oder weniger leer und wurden lange Zeit sich selbst überlassen. Heute genießen die verfallenen Gebäude eine Art Denkmalschutz und laden ein, fotografisch erkundet zu werden. Hier bietet sich ein Weitwinkel aber auch eine Normalbrennweite an, um auf Entdeckungsreise zu gehen. 
Flora und Architektur sind in der Abtei Beauport vielerorts miteinander verschmolzen.
Das alte Gemäuer wird zunehmend wieder von der Natur in Beschlag genommen.
Auf Entdeckungsreise.

Am Côte de Granit Rose zwischen Paimpol und Trébeurden kommen Landschafts- und Langzeitfotografen voll auf ihre Kosten. Die Felsen besitzen eine wunderbare Farbigkeit und je nach Dünung und Licht lassen sich dramatische oder verträumte Motive spielerisch umsetzen. Ein Weitwinkel ist hier Pflicht und auch der Grau- und Verlaufsfilter bewirkt hier Wunder.
Kann man an einem schöneren Ort sein Objektiv wechseln?
Die Landschaft der Bretagne lädt zum Verweilen ein.
Ein Stativ sollte man in der Bretagne immer griffbereit haben. Auch Pol-, Grau-, und Verlaufsfilter sollten nicht fehlen.

Mein Fazit: Die Bretagne ist ein sehr abwechslungsreiches Reiseziel und für jeden Fotografen ist hier etwas Passendes dabei. Wer dann auch noch eine Schwäche für die französische oder bretonische Küche hat, ist hier sehr gut aufgehoben.

Habe ich Ihnen Lust auf Aremorica, das Land am Meer, gemacht? Dann begleiten Sie mich doch. Zusammen mit der fotoforum Akademie biete ich vom 06. bis 15.06.2018 eine Fotoreise in die Bretagne an.
Ich freue mich auf Sie.

Alle Infos zur Reise finden Sie HIER

Bretagne mit fotoforum
Ich freue mich auf Sie