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Impulse 2019: Bettina und Christian Kutschenreiter – Im Biberfieber

25. September 2019 - Christian Beck
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Dem Biber auf der Spur
NATURFOTOGRAFIE. Bettina und Christian Kutschenreiter haben sich den Bibern verschrieben und über 13 Jahre lang eine Biberfamilie fotografisch begleitet. Es brauchte lange, bis die Tiere die beiden als Mitglieder ihrer Zunft akzeptierten, doch dann ergaben sich mehr und mehr einmalige Momente. 

fotoforum: Wie seid ihr auf die Biber gekommen?

Christian Kutschenreiter: Eigentlich wollte ich damals Eisvögel fotografieren und suchte mir dafür einen geeigneten Ort an einem Bachlauf. Nachdem die ersten Fotos im Kasten waren, hörte ich etwas unter mir platschen und wurde neugierig. Nach einer kurzen Suche entdeckte ich einen Biber mit drei Jungtieren. Das war etwas ganz besonderes für mich und so entstand unser Projekt. Es nahm allerdings nicht sofort Fahrt auf. Vielmehr vergingen erst zwei Jahre, ehe uns überhaupt Fotos und Annäherungen an die scheuen Tiere gelangen. Etwa im dritten Jahr begab es sich, dass ein Jungtier auf uns zukam, schnüffelte und Interesse zeigte. Damit wurde das Eis gebrochen. Jetzt nach vielen Jahren erkennen uns die Tiere an den Stimmen und Bewegungen und zeigen keine Scheu mehr uns gegenüber. Es entstand - wenn man so möchte - eine innige Freundschaft.
Fressender Biber
Fressende Bibermutter mit Jungtier

fotoforum: Wenn die Tiere die Scheu verloren haben, ist das dann nicht auch gefährlich für sie?

Christian Kutschenreiter: Sie haben nur uns gegenüber die Scheu abgelegt und die Tiere können sehr gut zwischen uns und anderen Menschen differenzieren. Wenn wir beispielsweise jemanden mitbringen, sind sie auch uns gegenüber scheu und zeigen sich nicht. Die Tiere müssen ihre allgemeine Scheu behalten, denn manchen Menschen sind sie ein Dorn im Auge, weshalb sie auch gejagt werden.
Christian Kutschenreiter im Wasser mit einem Biber
Bettina Kutschenreiter mit Biber
Bettina Kutschenreiter mit drei Bibern. Die Wathose wärmt und hält das Wasser an - wenn die Biber nicht ein Loch reinbeißen …

fotoforum: Was ist das Faszinierende am Biber?

Christian Kutschenreiter: Das soziale Miteinander. Die Tiere sind sehr friedliebend und achten aufeinander. Obendrein sind sie die größten Naturschützer, die man sich vorstellen kann. Sie errichten neue Habitate für andere Tiere und erzeugen eigene kleine Ökosysteme. Biberteiche, die durch einen Biberdamm entstanden sind, beherbergen oft nicht nur mehr Fische als andere Teiche, sondern besitzen auch eine größere Vielfalt. Insekten werden abgelockt und auch die Pflanzen fühlen sich dort sehr wohl. Aber nicht nur die Flora oder die Fauna profitiert vom Biber. Für den Menschen errichten die Biber natürliche Hochwasserschutzgebiete, sie helfen, den Grundwasserspiegel anzuheben und ihre Becken haben eine klärende Wirkung auf das Wasser.
Die Fotografen kommen wirklich nah an die Tiere heran.  
Eine typische Bibernutzung. Man kann sich gut vorstellen, dass nich allen Menschen gefällt, was die Biber tun. Allerdings hat ihr Wirken auch viele Vorteile.

fotoforum: Mit welcher Technik arbeitet ihr?

Christian Kutschenreiter: Wir haben schon sehr viel Kameratechnik ausprobiert. Mit dabei ist die klassische DSLR aber auch Unterwassergehäuse und Unterwasserkameras. 

Zu den Personen: Bettina und Christian Kutschenreiter sind als Referenten zu Gast bei den 4. fotoforum Impulsen (18. bis 20. Oktober 2019) in der Katholischen Akademie Stapelfeld in Cloppenburg. Infos zum Programm der Tagung und zur Anmeldung: www.fotoforum.de/impulse

Link zum Foto-Duo: http://www.christian-kutschenreiter.de