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Award Tiere

Hallo,

ich habe gerade einmal die Tierkategorien durchgeguckt. Dort sind ja immer etliche Fotos zu sehen, die für den Award hochgeladen wurden.
Ich merke, dass mich das immer wieder doch ein wenig verstimmt, wenn ich sehe, dass dort zig Wildtierfotos hochgeladen sind, die bei Workshops entstanden sind.
Ich würde mir sooo sehr wünschen, dass beim Award die Kategorien Wildlife und "zahme, gefangene, dressierte, domestizierte Tiere" in verschiedenen Kategorien antreten würden.
Wenn ich mir überlege, wie lange ich teilweise für gute Fotos bestimmter Arten investiert habe, dann ärge ich mich zugegebenermaßen sehr, wenn ich sehe, dass z.B. ein Workshopfuchs (alternativ Uhu, Dachs, Tiger, Bär usw.) gebucht und eingereicht wird. Ich würde mir persönlich jetzt mal anmaßen, die Workshoptiere zu erkennen, da ich so viel in der Naturfotografie-Szene unterwegs bin, dass ich inzwischen die Hintergründe, die Wälder, Ansitzäste und die jeweiligen Tiere erkenne.
Und wenn dann eine Waldohreule zwei Tage hungern muss, damit sie für die zahlenden Fotografen auch brav zig Mal zu dem Frostküken fliegt, mit dem der Falkner hinter den zahlenden Fotografen wedelt, dann hat wirklich JEDER irgendwann ein super Foto. Aber das ist keine Kunst, sondern Fließbandarbeit.
Für diesen Award ist es nun leider zu spät. Aber die Diskussion ist ja wirklich nicht neu. Wäre es möglich, vielleicht im nächsten Jahr mal darüber nachzudenken, die Kategorien zu trennen? Dann müßte ein Workshop-Dachs zwar mit einem Familienhund gemeinsam antreten. Aber vom Anspruch her ist es ja durchaus vergleichbar. Ich messe den Wildlife-Aufnahmen damit keinen besseren oder höheren Stellenwert zu. Aber ich persönlich habe an Fotos von zahmen Tieren definitiv einen gänzlich anderen fotografischen Anspruch, als an Wildlifeaufnahmen.
Mich würde dazu die Meinung der User interessieren. 
Wenn ich dafür nicht meine Bilder zurückziehen muss, würde ich auch bereit sein, gemeinsam mit anderen Naturfotografen die Bilder auf Workshop oder nicht Workshop durchzusehen. Da kann sicher mal was durchrutschen. Aber die bekanntesten und häufigsten Bilder würde ich sicher erkennen und rausfiltern können, wenn sie dann versehentlich doch bei Wildlife landen würden.
VG Simone

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Hallo Simone,

der Vorschlag ehrt dich, aber es ist und bleibt ein schwieriges Thema:
Zoo, Wildpark, Safarie, Tiershows, Workshopaufnahmen, Aufnahmen aus Hubschraubern, die gemietete Hütte auf der Kranichwiese, das Anfüttern von Tieren .... Selbst bei den strengen Kriterien für z.B. den "Wildlife Photographer of the Year" gibt es immer wieder nachträgliche Skandale. Daher ist es aus meiner Sicht für eine allgemeine Fotoplattform schwierig, ein solch spezielles und komplexes Thema für einen Fotowettbewerb auszuschreiben. 

Eine "Bilderpolizei" aus Wettbewerbsteilnehmern halte ich auch für keine so gute Idee - würde ich dir persönlich auch für den "Erhalt  deines Seelenfrieden" nicht empfehlen. Das Thema würde dann auch sicherlich ausufern, da es bei anderen fotografischen Themen  ja ähnliche Probleme gibt.

Gruß
Udo
Hallo Udo,
dass es praktisch nicht wirklich machbar wäre, als TeilnehmerIn „Bilderpolizei“ zu spielen ist einleuchtend. Der Vorschlag war wohl meinem nächtlichen Genervtsein bei der Durchsicht der aktuellen Tierfotos geschuldet. ;-)
Auch dass es immer wieder Skandale gibt, selbst bei den ganz großen Wettbewerben, steht außer Frage. Aber da geht es dann oft um andere Dinge, als „Wildlife“ oder „gefangen“. Da geht es, wie im letzten Jahr beispielsweise, um „ausgestopft und drapiert“, oder lebend. Okay, der über einen Zaun springende Wolf war tatsächlich auch eher die Nummer „dressiert“. 
Vor Skandalen und menschlicher Dreistigkeit ist man nie sicher. Aber deswegen gleich sinnvolle Regeln wegzulassen halte ich nicht für den richtigen Weg. 
Mord ist ja auch verboten, obwohl es immer wieder Skanade gibt, weil es Menschen gibt, die sich daran nicht halten. Für mich ein falscher Ansatz, aus sinnvolle Regeln zu verzichten, nur weil eh einige die Regeln brechen werden. 

Kranichhütten, Wildtiere die durch etwas Futter angelockt werden usw sind und bleiben Wildlife. Safaris in Afrika sind wohl auch Wildlife. Ich verstehe leider das Problem der Einordnung überhaupt nicht, welches dabei immer wieder in die Diskussion geschmissen wird. 
Gefangene oder zahme oder domestizierte Tiere sind kein Wildlife. Auch dann nicht, wenn es eigentlich Wildtiere sind. Darunter fallen dann Zootiere, Tiershows, Wildpark, Workshops in Falknereien usw. Das ist doch wirklich nicht schwierig in der Einteilung. Warum sollten denn Aufnahmen aus Hubschraubern in irgendeiner Weise schwierig in der Kategorisierung sein?
Fliegt er über einem eingezäunten Wildpark ist es kein Wildlife. Es geht ja nicht um den frei fliegenden Hubschrauber, sondern um die gefangenen Tiere ;-)
Luftaufnahmen über dem Wattenmeer von Seehunden o.ä. Hingegen sind selbstverständlich Wildlife. 
VG Simone 
von gaby29
Ich kann den Wunsch nach den unterscheidenden Kategorien von Simone gut nachvollziehen... Mit einer gut erklärenden Definition sollte das nicht so schwer umzusetzen sein. 

LG Gaby
Hallo Simone,

aus meiner Froschperspektive bedeutet Wildlife-Fotografie, freilebende Tiere so zu fotografieren, dass es absolut keine Beeinträchtigung für die Tiere bzw ihrer Umgebung gibt - dazu gehören für mich auch die Gewöhnung an die Menschen und ihre "Futter-Gaben".  Ich habe da eher den Naturschutz im Auge, denn aus meiner Sicht ist es allemal besser, die Fotografen gehen in den Zoo, als dass sie gruppenweise durch die Natur stapfen und mit der Aussicht auf ein Siegerfoto die Tiere stören oder sogar deren Habitate zerstören. Aber das ist meine rein persönliche Sichtweise. 

Ich habe ja auch nicht gesagt, dass Regeln weggelassen werden sollen, sondern dass das Thema Wildlife wegen der Komplexität schwierig für eine Fotoplattform wie das Fotoforum wird. Dafür gibt es Spezialwettbewerbe, wo auch nicht nur Fotos sondern eine Menge Zusatzinformationen eingereicht und geprüft werden müssen. 

Weiterhin habe ich darauf hingewiesen, dass das Vergleichsproblem auch in anderen Bereichen existiert. Wenn ich auf einen bezahlten Workshop gehe, um das Thema XY zu erlernen, die Workshop-Umgebung das ganze Drumherum regelt und in der Bearbeitung der "Meister persönlich" auch noch in der Bearbeitung hilft, habe ich einen Wettbewerbsvorteil gegenüber dem Fotografen, der das ganze mit Bordmitteln und ohne fremde Hilfe realisiert. Es ist nicht nur bei den Tierfotos schwierig und die Juroren haben wahrlich keine leichte Aufgabe.

Gruß
Udo



Hallo Udo,
klar gibt es das überall, dass man sich Vorteile verschaffen kann.
Und du hast auch Recht, wenn du sagst, dass manchmal es für die Natur besser ist, geschützte Tiere im Zoo zu fotografieren, als wenn Menschen ihnen in der Natur hinterher laufen.
Aber auch da gilt für mich: es gibt immer Menschen, die sich auch da nicht an Regeln halten (Wegegebot, Zäune usw.), und trotzdem macht es Sinn, diese Regeln zu haben ;-)
Und was genau ist das Problem daran, wenn man eine Bussardfütterung aufbaut im Winter? Für die Singvögel hat vermutlich jeder 5. Bürger ein Futterhäuschen im Garten stehen. Sind die Meisen dann nicht mehr Wildlebend oder gleich an Menschen gewöhnt? Also "meine" Meisen hauen immer noch sofort ab, wenn sie mich im Wohnzimmer hinter dem Fenster sehen.
Wildlife bedeutet, dass die Tiere frei leben und frei in ihrer Entscheidung sind, wo sie gerade hingehen und was sie machen möchten. Wenn man dort ein ganz bißchen Fischöl hinträufelt, um z.B. einen Fuchs an eine fotogene Stelle zu locken, dann ist der völlig frei, dieses zu tun, oder halt nicht und bleibt absolut wildlife.
Ein Workshopfuchs aber, wie in Tschechien, der vorher dem Workshop etwas weniger zum Fressen bekommt, damit er ein paar Stunden für wenige Bröckchen Futter zu den fotogensten Stellen geht, bis jeder zahlenden Fotograf sein Bild im Kasten hat, ist nicht frei in seinen Entscheidungen. Der weiß, dass er vom Menschen abhängig ist und entweder das Futter nimmt, was er gerade geboten bekommt, oder notfalls wieder einen Tag hungern muss. Oder Füchse -wie ebenfalls in Tschechien beim Workshop- die irgendwo im Wasser auf einem Flachwasserbereich ausgesetzt werden und dann mit Todesverachtung, gekniffenem Schwanz und angelegten Ohren zurück ans Festland waten MÜSSEN, weil sie keine andere Wahl haben. Das ist nicht wildlife, keine freie Entscheidung .... das sind gefangene, ausgenutzte Tiere, die sich für die Fotografen durch das Wasser quälen und zwischendurch Fischbröckchen einsammeln, weil sie vorher hungern mussten.
Nur, damit Fotografen ein gutes Bild im Kasten haben....
Da ist mir aus Naturschutzsicht aber ein im Tarnanzug in angemessenem Abstand im WAld sitzender Wildlifefotograf tausend Mal lieber, der Wochenenlang täglich zig Stunden auf den Fuchs gewartet hat.
VG Simone
Hallo liebe Simone,

ich kann die Aufregeung nur zum Teil nachvollziehen. Die Ausschreibung des Awards heißt "Tiere" und dazu die Unterkategorien Säugetiere, Vögel, Insekten und Mensch und Tier.
Hier wird nirgens darauf hingewiesen das nur Wildlife Bilder gewünscht sind, sondern einfach nur Tiere.

Ich gebe Dir zu 100% recht, das um ein gutes Wildlifefoto zu schießen 1000 mehr Aufwand bedeutet, als ein Workshop Foto.
Aber wie schon geschrieben, das war hier nicht gefordet.  Da muß ich den Ausführungen von Udo recht geben. Für Wildlifefotografie gibt es spezielle Wettbewerbe.

Abgesehen davon gibt es durchaus guteTierfotos die im Zoo oder Wildpark entstanden sind, das sind dann eben nur gute Tierfotos und keine Wildlifefotos.

In diesem Sinne, weiterhin viel Spaß beim Fotografieren.
Gruß
Peter




von gaby29
Hallo Peter,

dass eine Änderung für diesen "Tiere-Award" zu spät sei, schrieb Simone oben bereits.

Ihr Vorschlag lautete ja auch nur, eine Änderung für "zukünftige" Tier-Fotowettbewerbe zu überlegen.....
Und ich finde, darüber kann man ja diskutieren.

LG Gaby
Hallo Peter,
die Ausschreibung ist so, wie sie ist. Trotzdem darf ich doch subjektiv finden, dass das einfach ein ungerechter Vergleich ist, einen Haushund und einen wilden Fuchs in den gleichen Wettbewerb zu stecken. WEnn ich einen Hund habe, gehe ich bei schönsten Morgenlicht mit Kamera und Hund an eine vorher wundervolle, ausgekundschaftete Stelle, nehme ein paar Leckerlis mit und sage "Sitz", "Platz", "Männchen" usw., bis mein Traumfoto mit dem perfekten Lichteinfall im Kasten ist. Bei Wildtieren undenkbar.
Natürlich kann man im Wildpark oder Zoo wundervolle Tierfotos machen, ebenso, wie man die in der Natur machen kann. Ich kenne auch abgrundtief schlechte Aufnahmen aus beiden Genre. Darum geht es doch gar nicht.
Aber ich würde auch verstehen, wenn im Award "Menschen" die Peoplefotografen dafür plädieren würden, Street- und Studiofotografie in unterschiedlichen Kategorien zu haben. Das sind genauso verschiedene Sparten mit komplett unterschiedlichen Anforderungen, Schwierigkeiten usw. Bei den Olympischen Spielen treten ja auch nicht die Menschen mit Behinderungen und Menschen ohne Behinderung in einem Wettbewerb gegeneinander an, weil es kein "Kampf" auf Augenhöhe sein kann. Jede Sparte hat ihre eigenen Schwierigkeiten.
Ich wrüde mir halt wünschen, dass man das einfach mal ausprobieren könnte, auch hier zu differenzieren im Fotoforum-Award.
Wäre einen Versuch wert. Es nicht zu trennen wurde ja jetzt jahrelang gemacht ;-)
Ich kann aber auch damit leben, wenn es bleibt, wie es ist. Aber ein Versuch mit neuen Wegen und einer Trennung der Kategorien würde mich halt freuen.
VG Simone
Danke Gaby :-) Genau, es ist lediglich ein Vorschlag zur Diskussion für künfige Awardrunden.
Kein "Muss", kein "Meckern", sondern nur eine Idee und mein Wunsch.... nicht mehr, aber auch nicht weniger.
VG Simone
Hallo Gaby, hallo Simone

ich gebe Euch beiden ja recht, die Definition ist unglücklich, wenn ich als Oberbegriff nur Tiere angebe und auch in den Unterkategorien
nur Oberbegriffe wähle, dann kann man dies natürlich sehr weitläufig interpretieren (ein Wellensittich wäre ja auch ein Vogel).

Es wird bei Wettbewerben immer wieder Diskussionen bezüglich der Interpretation der Themen geben. Dies ist mir auch schon bei vielen anderen Awards so gegangen, wo ich mich über Bilder gewundert habe weil die meines Erachtens nicht zum Thema passten.

Aber trotzallem was spricht dafür mit meinem Hund ( Ich habe keinen Hund) diese Foto zu machen so wie Du es beschreibst, wenn es dann "mein Traumfoto" ist. Wir wollen doch alle mal ein Traumfoto machen, hier hat aber jeder eine andere Vorstellung davon was sein Traumfoto ist. Ob ich es dann veröffentlichen muß, wo auch immer, steht wieder auf einem anderen Blatt.

Sei´s drum Simone Deine Wildlifefotos sind toll , mache einfach weiter und lass Dir den Spaß nicht nehmen.

LG Peter






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