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Belästigung und Bedrohungen beim Fotografieren,

Ich muss euch mal um Rat fragen. Ich bin heute zum elften mal auf der Straße beim Fotografieren in Duisburg belästigt und bedroht worden. Immer wieder bleiben Menschen auch auf der Straße stehen, beobachten mich, drohen mit der Polizei, usw. Sind nur die Duisburger so, kann man irgendwo in Deutschland noch fotografieren? Ich frag nur, weil ich mit meiner Frau in den nächsten zwei Jahren in eine Behindertengerechten Wohnung umziehen muss. Vielleicht gibt es ja irgendwo einen Ort mit normalen Menschen.Was kann ich selber tun. Tarnkappe? Ich knips meist mit kleiner Kamera, und führe auch eine normale unauffällige Tasche mit. Ich weiß was ich Fotografieren darf und was nicht. Nur noch die Kamera herausholen, wenn kein Mensch zu sehen ist? Das geht sehr schlecht in der Stadt. Ich hab leider kein Auto, es ist für mich auch schwer, irgendwo hinzukommen. Wie geht's euch so beim Fotografieren, wie reagieren die Menschen, die euch dabei sehen.

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Hallo Anfängerknisper,
die DSGVO, die unsere großartigen Polliker in der BRD bzw in der EU vom Stapel ließen, ist doch der wahre Grund dafür. Jeder hat das Recht auf sein Bild. Gute Streetfotografie ist somit vorbei, weil jeder Fotograf damit rechnen muss, falls sich irgendeine Person auf dem Bild wiedererkennt, klagen kann und dann in der Regel auch noch Recht bekommt. Wenn dann noch ein Abmahnanwält sich der Sache bzw Klage annimmt, kann es schon mal ein paar Euro kosten, zumal die Gesetze in den verschiedenen EU-Länder unterschiedlich sind. Zur Kasse wirst Du auf jeden Fall gebeten. Sei es zu Recht bzw zu Unrecht. Einen Juristen zu Rate ziehen, kostet immer etwas.
Ich habe aus den genannte Gründe mehrere s/w-Bilder aus meinen Galerien, vor Inkrafttretung der DSGO, rausgenommen. Wenn ich heute Steetfotografie betreibe, verwende und nutze meine Art der Wischtechnik oder fotografiere Personen nur noch von hinten, damit womöglich kein Wutbürger sich erkennt. Vieles wurde jedoch auch von Leuten (Gaffer) kaputtgemacht, die z.B. Unfälle mit Verletzten/Toten unbedingt ins Netz stellen müssen. Auch diese Leute haben vieles versaut und sind leider Gottes auch ein negatives Produkt unserer Zeit.
Es ist ein schwieriges und umfassendes Thema. Mich würde auch interressieren welche Erfahrungen/Meinungen andere Fotografen/User gemacht haben.
Und zu deiner Frage, gibt es noch normale Menschen, werde ich mich an dieser Stelle nicht aüßern, if you know what I mean
Gruß und immer gut Licht
Hans

Moin zusammen,

im letzten Jahr wurde ich tatsächlich ein paar mal freundlich angesprochen, was ich denn gerade fotografieren würde. Zwei mal wurde ich angepöbelt, und ein mal des Platzes verwiesen. Einmal wurde mir mit der Polizei gedroht. Interessante Statistik eigentlich, wenn ich so darüber nachdenke...

Ich habe jedenfalls den Eindruck, dass es an der DSGVO liegt. Heutzutage hat jeder ein Smartphone dabei und macht Fotos und Videos auf denen auch andere Personen abgebildet sind. Den Grund für die DSGVO sehe ich eher in den sozialen Medien. Und dort muss ich feststellen, hält sich kaum jemand daran...
Was ich erlebe: Mit einem Smartphone in der Hand wird man nicht angepöbelt (mit einer großen DSLR schon ab und zu mal).

Hier sind einige interessante Artikel zum Thema - was man darf und was nicht:
https://www.fotomagazin.de/fotorecht

Das mit der "Wischtechnik" bzw. Bewegungsunschärfe nutze ich auch gerne für Personen bei der Streetfotografie.
Den Kölner Dom darf man trotzdem noch fotografieren, da die Personen nicht das Hauptmotiv sind... Hier kann man also auf ND-Filter für eine LZB verzichten. ;-)

Das "alte" Bildarchiv ist - meine ich - nicht von der DSGVO betroffen. Hier zählt noch das "alte" Gesetz. (Mehr als 5 Personen = Gruppe = okay)
Ansonsten müssten ja alle Berufsfotografen, die Schulklassen oder in Kindergärten fotografieren, nachlizensieren... Das wäre utopisch.

Naja. Ein großes Thema... Und ja, einige Leute sind bekloppt und andere vernünftig (je nach eigenem Standpunkt). Und das gilt für alle Lebensbereiche und Länder, ... ;-)

Cheers, Kenny
Moin miteinander,

ich habe diese negativen Erfahrungen bisher nicht machen müssen. Seit Inkrafttreten der DSGVO halte ich mich allerdings mit der Streetfotografie auch sehr zurück (um es mal vorsichtig auszudrücken).

Bin oft bei Veranstaltungen (Oldtimer, Motorsport) unterwegs und da ist das Klima Fotografen gegenüber sehr viel aufgeschlossener. Jeder Besucher rechnet damit, als "Beiwerk" abgelichtet zu werden. Oftmals gibt es beim Betreten der Veranstaltungen entsprechende Hinweise zu Foto- und Videoaufnahmen. Alles nicht ganz DSGVO-konform, das weiß ich, aber es funktioniert.

Das Recht am eigenen Bild gab es allerdings auch schon vor DSGVO. Es ist immer gut, das Einverständnis der Personen, die auf dem Foto erscheinen, vorher einzuholen. Damit meine ich nicht, einen Stapel Model-Releases mit herumzuschleppen und die unterschreiben zu lassen. Oft genügen ein Blickkontakt, ein kurzes freundliches Nicken, auch ein kleines Ansprechen und der/die/das Gegenüber kann reagieren.

Allerdings stelle ich auch fest, und das bezieht sich nicht nur auf die Fotografie, dass der Umgang miteinander nicht mehr so offen, freundlich und rücksichtsvoll ist, wie er es noch vor einigen Jahren oftmals war. Der Ton ist schärfer geworden. Unsere Gesellschaft ändert sich ...

Grüße aus dem Black Forest
Juergen

Der Wiitz ist ja, ich fotografiere grundsätzlich keine fremden Personen. (2006-2011 mal auf TFP ein paar Models). Ich halte mit der Kamera auch nicht in Richtung von Personen. Trotzdem werde ich verbal angegriffen, ich solle mit der Kamera verschwinden usw, auch aus Wohnungen in der Nähe kommen Leute, weil sie meinen ich hätte das haus geknipst. Das ist also hier in der Gegend ganz verrückt. Wenn ich dann mit einen Hinweiß auf die Panoramafreiheit antworte, wird mir meißt gesagt das denen das einen Sch .... interessiert. Von Kamera wegnehmen bis zur Androhung von Gewalt ist dann alles dabei. Ich muss dabei sagen, das ich besonders klein bin, und dazu noch mit einen sichtbaren Buckel. Vielleicht trauen sich die Leute das bei einen "normalgewachsenen gesunden Menschen" das alles nicht. Eigendlich ein Moralischer Offenbarungseid, leicht behinderten kleinen Menschen gegenüber. Das war früher nicht so. So ab 2010 hat solch ein panisches Verhalten zugenommen. Früher konnt ich unbehelligt Fotos machen, das hat keinen Menschen interessiert oder gestört. Was ist mit den Menschen passiert? Vielleicht sollte ich einen Body Guard mitnehmen (ich versuchts mit Humor zu nehmen)
Als Beispiel nehme ich mal die Reisefotografie.
In Afrika, Asien oder wo sonst auch immer, freut sich jeder über SEIN Bild in der Kamera. (Außer bei denen, die aus releg. Gründen und dem Glauben sowieso ablehnen) Gerne hätte der Fotografierte sofort einen Anzug und er würde nie auf die Idee kommen dem Fotografen etwas vorzuwerfen. Ich glaube diese Leute sind glücklich und mit sich selbst zufrieden. Egal wie alt sie sind oder wie-auch-immer sie aussehen oder von wo sie auch immer herkommen.
Schaut man allerdings in die Gesichter in unserer heutigen Umgebung: Verbissen, verkniffen und zum lachen gehen wir mal lieber in den Keller. Leider ist bei vielen Leuten das freundliche Lebensgefühl und das liebenswerte Miteinander auf der Strecke geblieben. Gründe können große Unzufriedenheit sein, der-hat-mehr-wie-ich usw usw usw. 
Das miese Miteinander wird nicht besser, und ich sehe es als Produkt unserer Gesellschaft. Eigentlich schade, denn soooo viele nette und schöne Fotografien werden uns schlichweg genommen- von diesen negatv gepolten Mitmenschen, die eigentlich sich mal ein Minuszeichen auf die Stirn malen sollten, sich dann im Spiegel betrachten und dann feststellen wie blöd dieses Zeichen aussieht.
Think positiv
Hans



Hallo Hans-Jochim

Kann das sein das ein Teil der Deutschen gerne Blockwarte und Hilfspolizisten sind? Das mit den anderen Ländern hab ich schon öfters gelesen, das dort eine andere Umgangsform herscht. Ich muss mal meinen Schwager fragen, der ist oft Beruflch in Asien. Weiter wie Paris bin ich leider noch nie in meinen Leben gekommen. Obwohl es da keine Panoramafreiheit giebt, hatte dort noch nie jemand ein Problem, wenn ich (damals noch Analog) mit der Kamera auf der Straße stand. Sind ja auch immer viel Touristen, da gäbe es sich viel aufzuregen für unsere Blockwarte ;) Im übrigen hatte ich damals die Pariser als sehr freundlich und gelassen erlebt, was für mich schon bald wie ein Schock war. Wobei man immer sagen muss, es sind ja nicht alle Menschen in Deutschland verhaltensgestört. Vielleicht hab ich auch nur das Pech in einen "Hotspot" zu wohnen. Ich hoffe in zwei, oder drei Jahren hier weg zu sein, und noch so mobil das ich ein bissel noch Fotografieren kann. Man wird ja nicht jünger, und auch nicht gesünder.

von Piesl
Das Spiel kenne ich auch. Mein Weihnachtskarussellbild brachte mir sofort eine wütende Mutter an den Hals, noch bevor ich auch nur ausgelöst hatte. Sie ließ sich nur widerwillig "beruhigen" nachdem ich ihr das Verwischerergebnis (Aktion 1/6 Sekunde) gezeigt hatte und evtl. ihr Knirps auch nicht drauf war. Parallel kam ein stolzer Vater, deutlich südländischer Herkunft, und präsentierte mir sein gestochen scharfes Handybild. Seltsamer Weise ging sie ihn nicht an!?!
In der Provence ging auch mal ein Herr auf einem Markt auf mich los, dass er keine Fotos wünscht. Ohne diese Aktion hätte ich ihn vermutlich nicht mal zu Hause auf dem Bild beachtet. Die Personen standen hinter dem Marktstand. Bei meiner weiteren Beobachtung der Szene kam mir allerdings der Verdacht, dass seine Begleitung altersmäßig eher die Tochter als seine Lebenspartnerin sein könnte ...
Im bettelarmen Nepal, damals noch Königreich, winkten die Leute entweder freundlich ab, dass sie keine Bilder wünschten, oder baten um ein kleines Bakschisch (einstellige Pfennigbeträge). Manche gingen sogar von sich aus in Pose, um fotografiert zu werden.

In unserer reizüberfluteden Zeit gebe ich hauptsächlich den Medien die Schuld an diesen Reaktionen hier. Früher wusste man im Höchstfall von extremen Verbrechen aus größerer Distanz. Meist war das Geschehen im Nachbarort schon völlig unbekannt. Läuft man heute mit der Kamera i der Hand an einem Spielplatz vorbei ist man doch schon ein potentieller Pädophyler. Auch wenn man die Kamera nur in der Hand hält.

Dir Hans-Joachim wünsche ich möglichst wenige Blockwarte und Hilfssheriffs. Aber sei immer darauf gefasst, dass die allgegenwärtig sind und bissig wie Kettenhunde.

Gruß Peter
Ich gehe Kinder weiträumig aus den weg, und pack sofort meine Kamera weg. Das Eltern da vorsichtig sind kann jeder Mensch nachvollziehen. Das mit der Reizüberflutung das kommt halt auch durch das Internet. Man bekommt nur Katastrophen zu lesen. Früher musste man mit einer Zeitung auskommen, und wusste noch nicht mal was im Nachbarort alles passiert ist. Ich hab da selber führ mich schon den Stecker gezogen, Fernsehen kuck ich eh nicht, und ich lese auch keine Nachrichten mehr im Net.Da lebt es sich was ruhiger.
@ Anfängerknipser
Ich habe einst auf Zypern CANDIES/Bonbon gekauft und an die Kinder verteilt (meine Frau war übrigens dabei!!!), und hatte damals wunderbare Fotografien der einheimischen Kinder machen können
Würde ich dies heute im D-land tun, hätte ich vermutlich sofort ein SEK-Kommanto im Nacken. 
"Nimm Du ja nicht meinem Sohn/Tochter die Krone weg, denn da kannst was erleben"" Aber die Kleinen mit 1,5 Jahren in die Krippe geben ...
Stop right now!!! Ist ein anderes Thema ...
Hallo zusammen,
Hans-Joachim wenn ich dich richtig gelesen habe dann hast du in Asien und Afrika fotos von einheimischen gemacht und auf Zypern kinder mit Bonbons "entlohnt" .
Wenn ich das lese stellt sich mir automatisch die frage ob du von den personen auch die einwilligung zum verøffetlichen im net bekommen hast, oder hast du die fotos nur fuer dich gemacht ohne die absicht sie irgendwo øffentlich zu zeigen zu zeigen ? 
Ich hab immer so mein problem mit fotos Afrikanischer oder Asiatischer personen, frag mich da immer ob denen wirklich bewusst ist das sie irgendwo irgendwann im net auftauchen. Ein freundliches laecheln ist ja nicht gleichbedeutend mit "Mir egal hau raus das foto wo immer du willst"
Lg Dirk

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