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Datenschutzgrundverordnung DSGVO, gültig ab 25.05.2018

Hallo miteinander, 

da noch niemand das Thema angesprochen hat, mache ich den Anfang.

Sicher ist euch bekannt, dass die DSGVO am 25.05.2018 in Kraft tritt. Das hat auch Auswirkungen auf uns Fotografen, die wir mit digitaler Aufnahmetechnik unterwegs sind. Diese EU-Verordnung schreibt zum Beispiel vor, dass ab Gültigkeitsbeginn (also 25.05.2018) von allen auf digitalen Fotografien abgebildeten  Personen vor Aufnahme das schriftliche Einverständnis einzuholen ist, unabhängig davon ob diese Person auf dem Foto zu erkennen ist oder nicht. 

Ich denke, wir wissen alle, dass das eher unmöglich ist. Man denke nur an Sportveranstaltungen, Konzerte oder Streetfotografie. Die Verordnung geht aber noch weiter denn jeder, der ursprünglich schriftlich sein Einverständnis erklärt hat, kann dieses später jederzeit widerrufen. Die Konsequenz ist dann, dass der Fotograf das/die entsprechende/n Bild/er nachweislich löschen muss. Der Fotograf hat das alles zu dokumentieren und zu archivieren. Digitale Fotografie gilt ab Mai als Datenerhebung, -speicherung  und -bearbeitung von Personendaten und ist nicht mehr durch eine künstlerische Einordnung gedeckt.

Natürlich hätte die Bundesregierung diese Verordnung durch ein Gesetz in nationales Recht umwandeln und entsprechende Festlegungen und nationale Ausnahmen treffen können, so wie es beispielsweise Österreich und Schweden für Ihre Länder getan haben. Die deutsche Regierung hat das nicht getan und es gibt keinen Hinweis darauf, dass sie es noch tun wird. 

Was ist eure Meinung zum Thema? Fotografiert ihr in Zukunft nur noch analog? Werdet ihr euch mit Abmahnanwälten vor Gericht auseinandersetzen? Denkt ihr darüber nach, dann eher nur noch Tiere, Pflanzen und (menschenleere) Landschaft zu fotografieren? Oder seit ihr der Meinung: Wird schon nicht so schlimm kommen?

Ich bin gespannt, beste Grüße 
Juergen


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Antworten

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Zitat Anke Jensen-Giehler

Vor 12 Tagen wurden hier unter der Antwort 16, 17 und 18  konkrete Fragen zur Thematik an die Redaktion gestellt. Kann es denn sein, dass das Thema dort ignoriert wird? 
Warum gibt es  von dort keinerlei Reaktionen?  

Liebe Redaktion, nehmt bitte unsere Verunsicherung ernst und lasst uns wissen, wie hier in Zukunft mit unseren alten (und evtl. neuen) Fotos von Personen verfahren wird. Denn sicherlich habt Ihr doch eine persönliche Meinung dazu.

VG Anke
 

In den Teilnahmebedingungen für die Nutzung der fotoforum-Community heißt es unter Ziffer 7:

Der Nutzer versichert, dass er in der fotoforum-Community keine Inhalte oder Daten einstellt, präsentiert oder verbreitet oder auf solche Seiten verlinkt,

… die personenbezogene Daten offenlegen. 

… die Rechte Dritter verletzen oder beeinträchtigen können.


… die gegen Gesetze, behördliche Verbote und/oder die guten Sitten verstoßen.
 
Daher ist jeder Teilnehmer gehalten, selbst zu entscheiden, welche Bilder er in der Community zeigt. 

Das Gleiche gilt selbstverständlich auch für die Bilder, die man zur Teilnahme an den fotoforum-Awards einreicht.

Wenn man der Meinung ist, dass die Veröffentlichung eines Bildes gegen ein Gesetz verstößt, dann sollte man auf die Veröffentlichung verzichten. Oder man begibt sich ins Risiko, das man dann aber allein trägt.

Gruß, Martin
Hallo Martin,
​bei Deiner Antwort liegt ein Missverständnis vor. Meine Frage war an die Redaktion gerichtet, von der ich auch eine Antwort erhoffe. U.a. habe ich gefragt, ob es den Menschen Award demnächst noch geben wird.

​VG Anke
von PeSaBi

Zitat Leon46
Hallo,
auf der Homepage des Deutscher Verein für Fotografie (DVF) hat der Rechtsanwalt, Präsident und Justitiar Wolfgang Rau im DVF zur veränderten Gesetzeslage Stellung genommen. Der Artikel ist auch als pdf.-Datei downloadbar.
VG.

Hallo Leon,
danke für den Hinweis, ich habe den Artikel gelesen und er bringt ein wenig Licht ins Dunkel. Er ist von einem Juristen geschrieben und sollte damit Substanz haben. 



Zitat Anke Jensen-Giehler

Vor 12 Tagen wurden hier unter der Antwort 16, 17 und 18  konkrete Fragen zur Thematik an die Redaktion gestellt. Kann es denn sein, dass das Thema dort ignoriert wird? 
Warum gibt es  von dort keinerlei Reaktionen?  

Liebe Redaktion, nehmt bitte unsere Verunsicherung ernst und lasst uns wissen, wie hier in Zukunft mit unseren alten (und evtl. neuen) Fotos von Personen verfahren wird. Denn sicherlich habt Ihr doch eine persönliche Meinung dazu.

VG Anke
 

Hallo Anke, 
hier kann ich nur vermuten - was ich grundsätzlich eher ungern tue - daß die Redaktion zwar eine Meinung dazu hat, aber da sie keine Juristen sind, sich mit einer sicheren Aussage auch mehr als schwer tun und es deshalb einfach unterlassen. Wäre aber schön das dann von der Redaktion so oder so ähnlich mitgeteilt zu bekommen. 

Lies mal den Artikel des DVF-Juristen, er ist lang, aber es lohnt sich.  

HG - Petra
Eine Stellungnahme zur DGSVO und Fotografie des zuständigen Bundesministeriums.

"Sehr geehrter Herr X....,
vielen Dank für Ihre Anfragen vom 30. April und 03. Mai 2018.

Eine Verbreitung dieser Antwort ist wünschenswert, sofern die Antwort vollständig wiedergeben und nicht einzelne Passagen aus dem Zusammenhang gerissen werden.

Gerne nehme ich vertiefend zu Ihren Fragen Stellung. Um Wiederholungen zu vermeiden, möchte ich jedoch eingangs erneut betonen, dass sich aus der Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) und den diese ergänzenden nationalen Gesetzen keine wesentlichen Änderungen der Rechtslage bei der Anfertigung und Verbreitung von Fotografien ergeben.

Das Anfertigen von Fotografien wird sich auch zukünftig auf eine - wie bislang schon - jederzeit widerrufbare Einwilligung oder alternative Erlaubnistatbestände wie die Ausübung berechtigter Interessen (Art. 6 Abs. 1 lit. f) DS-GVO) stützen können. Diese Erlaubnistatbestände (nach geltender Rechtslage Art. 7 der geltenden EU-Datenschutz-Richtlinie 95/46/EG i.V.m. den nationalen Umsetzungsgesetzen) decken seit vielen Jahren datenschutzrechtlich die Tätigkeit von Fotografen ab und werden in Art. 6 DS-GVO fortgeführt. Die Annahme, dass die DS-GVO dem Anfertigen von Fotografien entgegen stehe, ist daher unzutreffend.

Für die Veröffentlichung von Fotografien bleibt das Kunsturhebergesetz auch unter der ab dem 25. Mai 2018 anwendbaren Datenschutz-Grundverordnung erhalten. Es sind, wie ich bereits in meiner Antwort ausgeführt habe, keine Änderungen oder gar eine Aufhebung mit Blick auf die Datenschutz-Grundverordnung vorgesehen.
Die Ansicht, das Kunsturhebergesetz werde durch die DS-GVO ab dem 25. Mai 2018 verdrängt, ist falsch. Das Kunsturhebergesetz stützt sich auf Artikel 85 Abs. 1 DS-GVO, der den Mitgliedstaaten nationale Gestaltungsspielräume bei dem Ausgleich zwischen Datenschutz und der Meinungs- und Informationsfreiheit eröffnet. Das Kunsturhebergesetz steht daher nicht im Widerspruch zur DS-GVO, sondern fügt sich als Teil der deutschen Anpassungsgesetzgebung in das System der DS-GVO ein. Eine gesetzliche Regelung zur Fortgeltung des Kunsturhebergesetzes ist nicht erforderlich. Ebenso führen die Ansätze anderer Mitgliedstaaten, die sich in allgemeiner Form zum Verhältnis von Datenschutz und Meinungs- und Informationsfreiheit verhalten, in der praktischen Umsetzung nicht weiter und führen nicht zu mehr Rechtssicherheit.

Die grundrechtlich geschützte Meinungs- und Informationsfreiheit fließt zudem unmittelbar in die Auslegung und Anwendung der DS-GVO ein, insbesondere stellen sie berechtigte Interessen der verantwortlichen Stellen nach Art. 6 Abs. 1 lit. f) DS-GVO dar. Die DS-GVO betont, dass der Schutz personenbezogener Daten kein uneingeschränktes Recht ist , sondern im Hinblick auf seine gesellschaftliche Funktion und unter Wahrung des Verhältnismäßigkeitsprinzips gegen andere Grundrechte abgewogen werden (Erwägungsgrund 4). Zu den von der DS-GVO in diesem Zusammenhang genannten Grundrechten zählt ausdrücklich auch die Freiheit der Meinungsäußerung und Informationsfreiheit.

Ich würde mich freuen, wenn die vorstehenden Ausführungen dazu beitragen, Ihnen Ihre Befürchtungen zu nehmen.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag

Regina Krahforst

Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat
- Bürgerservice -

aus einem anderen forum www.systemkamera-forum.de
Heute in den browserfruits bei kwerfeldein:

https://kwerfeldein.de/2018/05/20/browserfruits-20-2018/




Zitat PeSaBi

Zitat Leon46
Hallo,
auf der Homepage des Deutscher Verein für Fotografie (DVF) hat der Rechtsanwalt, Präsident und Justitiar Wolfgang Rau im DVF zur veränderten Gesetzeslage Stellung genommen. Der Artikel ist auch als pdf.-Datei downloadbar.
VG.

Hallo Leon,
danke für den Hinweis, ich habe den Artikel gelesen und er bringt ein wenig Licht ins Dunkel. Er ist von einem Juristen geschrieben und sollte damit Substanz haben. 



Zitat Anke Jensen-Giehler

Vor 12 Tagen wurden hier unter der Antwort 16, 17 und 18  konkrete Fragen zur Thematik an die Redaktion gestellt. Kann es denn sein, dass das Thema dort ignoriert wird? 
Warum gibt es  von dort keinerlei Reaktionen?  

Liebe Redaktion, nehmt bitte unsere Verunsicherung ernst und lasst uns wissen, wie hier in Zukunft mit unseren alten (und evtl. neuen) Fotos von Personen verfahren wird. Denn sicherlich habt Ihr doch eine persönliche Meinung dazu.

VG Anke
 

Hallo Anke, 
hier kann ich nur vermuten - was ich grundsätzlich eher ungern tue - daß die Redaktion zwar eine Meinung dazu hat, aber da sie keine Juristen sind, sich mit einer sicheren Aussage auch mehr als schwer tun und es deshalb einfach unterlassen. Wäre aber schön das dann von der Redaktion so oder so ähnlich mitgeteilt zu bekommen. 

Lies mal den Artikel des DVF-Juristen, er ist lang, aber es lohnt sich.  

HG - Petra

Hallo ... in die Runde ...

es hat seine Zeit gebraucht, aber auf die "Leute" vom DVF ist wie immer verlass (darum bin ich dort auch gerne Mitglied)!

wer die Webseite des DVF in Ruhe und aufmerksam liest (oder den Artikel herunterläd & ausdruckt!), wird sicher die weiteren Nächte ruhig schlafen ... und es hat sich also doch so ergeben, wie ich anfangs schrieb, - Ruhe zu bewahren ... und vor allem immer erst einmal entspannt die originalen Quellen (auch mehrmals) lesen und in Ruhe darüber nachdenken (und vielleicht auch erst einmal abwarten ...)!

Also, verliert bei all dem auch weiterhin nicht die Freude am Fotografieren und beschäftigt Euch (ich denke wohl ... lieber) mit Euren Equipment und all den Bildern, die da hoffentlich vielzählig "geschossen" werden!

Ich wünsche Euch allen eine schöne Fotozeit
Grüße
Siegbert

Ein Gesetz und eine unglaubliche Anzahl von Rechtsauffassungen... die irgendwann durch Gerichtsurteile bestätigt oder verworfen werden.

Mein Arbeitgeber (eine sehr große Organisation) hat pünktlich eine eigene Verordnung heraus gegeben, wie wir als "Unterorganisation" in Zukunft mit PR, Selbstdarstellung und Datenschutz umzugehen haben.
Wir dürfen keine Fotos mit erkennbaren Menschen mehr von unseren Veranstaltungen veröffentlichen. (Außer mit schriftlich dokumentiertem Einverständnis.)  "Rücken aus der Ferne" und pure "Masse von Weitem" bleibt von Seiten unserers Arbeitgebers, der Rechtsabteilung und den Datenschützern gestattet.

Da ich unsere Veranstaltungen häufig fotografisch dokumentiere (auch wenn ich dafür nicht angestellt wurde), werde ich mich mit diesen neuen Vorgaben auseinandersetzen. (Bisher galt z. B. das "Lächeln" der Fotografierten beim Anblick der Kamera als Einverständnis.) Mein direkter Chef will aber nicht, dass ich als "Stimmungskiller" Einverständniskeitserklärungen einhole. Also werde ich in Zukunft nur noch meinen Chef und ein paar Mitarbeiter fotografieren dürfen, die damit grundsätzlich einverstanden sind.

VG
Corinna

 

Hallo Cor.Lin ... und auch in die Runde ...

was Du schilderst, ist, bzw. war schon immer "Gesetz"! Wer bisher z. B. auf Parties (egal ob in-, oder extern), in Diskotheken usw. oder bei anderen Events locker in die Menge fotografiert hat, kannte wahrscheinlich die möglichen Folgen nicht - oder hat sie schlicht ignoriert, wenn er diese Bilder (wahrscheinlich) gleich in´s Netz (oder auch "nur" in ein Firmeninternes Intranet) gestellt hat.

Was sich diesbezüglich geändert hat, das nun eine Einwilligung bereits VOR dem Fotografieren eingeholt werden muss und nicht erst zur Veröffentlichung!

Bitte unbedingt hier nachlesen ... hier ist die aktuelle Lage in kürze zusammengefasst:
http://www.dvf-fotografie.de/news/2018-05-17/1000061/ds-gvo-entwarnung-f...

Gruß
Siegbert
Danke Siegbert,
noch ein weitereres Beispiel - wir haben von Veranstaltungen häufig Gruppenbilder gemacht - und wer sich dazu gestellt hat, das galt als Einwilligung. Das gilt zumindest für meinen Arbeitgeber so nicht mehr. (Egal wie die offizielle Gesetzeslage ist und sein wird.) Und mein direkter Chef hat schon klargestellt, dass ich keine Gruppenbilder mehr anfertigen soll. (Wg. zusätzlicher Bürokratie und Stress.) Wenn sich Teilnehmende dann untereinander fotografieren oder selbst ein Gruppenfoto machen, haben wir nichts damit zu tun.

Egal was letztendlich dabei raus kommt - die Dokumentationspflicht und (schriftliche) Einwilligungen hast Du bei Fotos jetzt zusätzlich, sobald es nicht mehr um Tante Erna am Kaffeetisch geht, die das Foto nur ihren Enkeln zeigt.

Da jetzt vor einem eventuellen Foto die Einwilligung eingeholt werden muss...
Was machst Du, wenn Du in der Fußgängerzone einen Straßenkleinkünstler bei tollster Aktion siehst und das gerne fotografieren würdest... Gehst Du dann hin, unterbrichst ihn, legst ihm eine Model Release vor und bittest ihn nach Unterschrift weiter zu machen...?

Oder - auf einem Fest bildet sich ein spontaner Chor - und Dein Auftraggeber möchte, dass Du davon schnell ein paar Bilder machst... leider kennst Du die einzelnen Leute nicht (er auch nicht) aber will die Bilder dann für seine Homepage haben... etc. etc.

Das man bisher auch (im besten Fall) mit viel Fingerspitzengefühl fremde Menschen fotografiert hat, hat damit meines Erachtens erst einmal nichts zu tun. 

Es bleibt spannend...
VG
Corinna








Moin zusammen, ich habe jetzt gerade den Landesdatenschutz Hannover angerufen, dem ich am 2. 5. die Frage zur Veröffentlichung von Veranstaltungsfotos auf MA-Märkten mit einem Beispielfoto gestellt und noch keine Antwort erhalten habe. Ich habe gefragt: Wenn ich Akteure auf einem MA-Markt als Hobbyfotograf fotografieren möchte und ich NACH dem Fotografieren um deren Mailadresse zur Zusendung des Fotos bitte und bekomme und das Bild maile, würde DAS dann als Zustimmung gelten?? Seine Antwort war JA. Das wäre möglich.  Ich habe dann um eine schriftliche, kurze Antwort zu dieser konkreten Frage gebeten, da wir uns immer noch zwischen Baum und Borke bewegen. Nächste Woche soll die Kollegin wieder im Dienst sein und dann soll ich etwas Schriftliches bekommen.
Ciao, Werner

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