Beta Version

Fotozubehör

Themen » Foto-Praxis » Fotozubehör

Fotografieren von Malerei und Skulptur

Hallo, ich bin Maler und Bildhauer und möchte meine Werke für Publikationen, Kataloge, Einladungskarten, Archiv...fotografieren und suche für diesen Zweck eine geeignete, einfach zu bedienende Digital - Kompaktkamera. Könnt ihr mir eine Kamera mit gutem Preis - Leistungsverhältnis empfehlen? Budget 300€ - 600€.  Vielen Dank!

Antworten

Hallo Hugo,

wenn du bereit bist, bis zu 600,-- € für eine Kompakte auszugeben, dann kannst du schon eine gute Qualität erwarten. Einen konkreten Tipp zu geben ist schwierig, da die Auswahl an Kompaktkameras kaum noch zu überblicken ist. Alle Kompakten der einschlägigen Markenhersteller sind etwa gleich gut.

Viel wichtiger als die Kamera ist bei den Aufnahmen, die du machen willst, das Know How. Gerade bei Skulpturen ist die Beleuchtung von entscheidender Wichtigkeit. Du wirst deshalb in ein Ministudio mit entsprechender Beleuchtungseinrichtung investieren müssen. Ausserdem benötigst du ein entsprechendes Fachwissen.

Vielleicht wäre es besser, wenn du Kontakt zu einem engagierten Hobbyfotografen aus deiner Stadt suchst, der dir beim Fotografieren deiner Werke behilflich ist. So würde ich es zumindest machen, wenn ich mit der Fotografie nicht so vertraut wäre.

Gruß
Jürgen
Ciao Jürgen
vielen Dank für deine Antwort. Für die Aufnahmen im (Aussen - Atelier) habe ich bis jetzt immer Tageslicht verwendet. Beim Fotografieren im Museum oder in der Galerie sind die Kunstobjekte bereits mit Spots ausgeleuchtet und ich möchte mit diesem Licht (ohne Blitz) arbeiten. Da brauche wahrscheinlich keine Beleuchtungseinrichtung? Was meinst Du? Gruss Hugo
Hallo Hugo,

okay, im Museum oder in der Galerie ist natürlich schon eine gute Ausleuchtung vorhanden. Nun kommt es vor allem auf den Hintergrund an. Der sollte möglichst neutral sein und ohne störende Elemente, die im Bild sichtbar sein könnten. Empfehlenswert ist die Verwendung eines Stativs. Die vorhandenen Spots sollten so ausgerichtet sein, dass keine Lichtreflexe auf den Ausstellungsstücken entstehen.
Ciao Jürgen
Danke für die Ratschläge! Ein gutes Stativ habe ich noch von meiner Videoarbeit.
Ich habe mir Kameras angeschaut:
Lumix DMC - TZ 101
Lumix DMC - FZ 1000
Lumix DMC - FZ 300
Sony Cyber shot DSC - RX 100 III
Was meinst du?

Bis jetzt habe ich meine Kunst mit einer Lumix DMC LX3 fotografiert.
Gruss Hugo
Dann würde ich bei Lumix bleiben, die FZ 1000 hatte ich auch schon, ist eine echt gute Kompaktkamera, zu den anderen kann ich nichts sagen. Viel Erfolg!
von junova
Hi ;)
Ich habe erstmal übersehen, dass es um eine kompakte Kamera geht, und habe den nachfolgenden Text geschrieben. 
Ich lasse es aber trotzdem stehen, vielleicht ist es auch nützlich. Was ich eigentlich sagen wollte, ist, dass man für etwas mehr als 600 (vielleicht sogar für 700), eine Profikamera bekommen kann, die viel viel viel bessere Bilder macht, als eine kompakte. 

->
ch mache oft Reproduktionen, und muss sagen, dass obwohl ich Tageslicht liebe, es für Reproduktionen eher unbrauchbar ist. Der Grund dafür ist, dass Tageslicht sich ändert, und wenn man Bilder von gleicher Qualität und Licht im Katalog haben möchte, muss das Licht immer gleich bleiben. Es ist nur mit Biltzanlagen möglich. In den Galerien und Museen ist die Beleuchtung auch sehr oft für die Repros nicht brachbar (bzw. noch schlimmer als Tageslicht), da die Spots die Werke (speziell die Malerei) ungleichmäsig ausleuchten. Für menschliches Auge sieht gleichmäßig aus, ist es aber nicht ;)

Natürlich ist es besser mit vorhandenem Licht die Bilder zu machen, als gar keine Bilder zu haben ;)

Ich fotografiere meistens mit 50, 85 und 100mm Makro (für Details und kleine Werke, Lieblingsobjektiv für Reproduktionen).
Ab 35mm fängt sich das Bild zu verzerren, und ist nicht zu empfehlen. Und natürlich braucht man ein Stativ. 

Ich persönlich würde eine gebrauchte Vollformat empfehlen, etwa Canon 5D Mark 2 (mittlerweile so um 600 Euro bei Ebay zu kriegen, von etwa 2400 Euro Neupreis vor einigen Jahren) und, je nach Größe der Werke, 50mm Objektiv (ist am billigten). Das wird das Budget etwas übersteigen, aber dafür kriest Du eine echt gute Kamera. 
Was noch wichtig ist: die Farbwiedergabe der Nuancen, die kriegst Du bei einer Vollformat Kamera am besten. Und das ist das, was bei Repros relevant ist. 
von ZiRo
Bei Reproduktionen lohnt es sich, einen Graukeil oder Graukarte mit zu fotografieren, damit beim Nachbearbeiten ein exakter Grauwert bestimmt werden kann. Da spielt es keine Rolle, ob die (exakte) Beleuchtung Kunstlicht, Neonlicht oder Blitz ist.


Zitat ZiRo
Bei Reproduktionen lohnt es sich, einen Graukeil oder Graukarte mit zu fotografieren, damit beim Nachbearbeiten ein exakter Grauwert bestimmt werden kann. Da spielt es keine Rolle, ob die (exakte) Beleuchtung Kunstlicht, Neonlicht oder Blitz ist.
Manche Kunstlichtquellen, z.B. manche LEDs oder Energiesparlampen bieten aber kein gleichmäßiges Spektrum an Wellenlängen. Manche Farbbereiche werden dabei einfach zu schwach, das ganze Farbspektrum zu unregelmäßig abgebildet. Da hilft dann auch kein mitfotografierter Farbchart und kein exakter Weissabgleich. Tageslicht, Blitz, oder einfach ein anderes gutes Ausleuchtungsmittel haben das Problem nicht. Bei jeder x-beliebigen Billiglampe ist das nicht gewährleistet.
Richtige Beleuchtung und Kamera die RAW kann, wären schon nicht schlecht. Viel mehr braucht man hardwaremäßig wohl nicht. Für gängige Modelle findet man auch genügend Korrekturprofile der eingebauten Objektive im RAW-Konverter.
Hallo Hugo,
noch ein Aspekt, der besonders bei Gemälden wichtig ist: die richtige Helligkeitsdarstellung. Jede automatische Belichtungssteuerung stellt die Bildhelligkeit, gesteuert durch Blende, Belichtungszeit und ISO-Zahl, auf einen Durchschnittswert. Der passt für die meisten Motive. Ein sehr dunkles Gemälde wird dadurch aber zu hell dargestellt, ein sehr helles zu dunkel. 
Auch hier hilft die Graukarte, die wie von ZiRo empfohlen auch einen neutralen Weißabgleich sicherstellt: Kamera auf die Graukarte richten, Belichtung "festhalten" (Kompaktkameras der von Dir avisierten Preisklasse sollten dafür eine Taste haben), Kamera auf das Gemälde richten, fokussieren und auslösen.
Achtung: Das Ganze wiederholt sich, wenn Du Abzüge von den Dateien machen lässt! Auch hier können dunkle und helle Gemälde falsch ausbelichtet werden, da das Labor ja nicht wissen kann, wie hell das Bild ist. Hier hilft nur, das vorher mit dem Labor zu besprechen.
Schöne Grüße
Jan