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Kennzeichnung von Tierfotos


Beim Schreiben einer Anmerkung zu einem Löwenporträt stellte sich mir - besonders in Zeiten der Diskussion über den Rückgang der Artenvielfalt - die Frage, ob das Tier in Freiheit (Wildlife) oder in Gefangenschaft (Zoo/Tierpark) fotografiert wurde. Vielleicht kann man ja durch eine Rubrik die Möglichkeit schaffen, bei der Veröffentlichung - besonders beim FF-Award - der Tieraufnahme darauf hinzuweisen. Bei der Teilnahme am "Glanzlichter-Award ist das sogar Pflicht.

Beste Grüße und immer das richtige Licht

Wolfhart
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von Piesl
Hallo Dirk,
das kann ich verstehen. Aber leider ist, wenn man die Sache einmal von der andern Seite betrachet, doch die, dass spätestens seit der Kolonialisierung im vorletzten Jahrhundert die echte Wildnis praktisch verloren ist. Der zzt. bewohnbare Globus ist komplett aufgeteilt in Staaten, die Meere weitestgehend in Wirtschaftsräume und selbst extraterrestrisch wird ja auch schon kräftig spekuliert. Solange unsere Spezies sich durch dieses Sonnensystem prügelt wird sie davon auch keinen Abstand mehr nehmen. Traurig aber wohl kaum mehr zu ändern.
Noch weitaus trauriger ist aber die Tatsache, dass wir wohl zu einer der letzten Genrationen gehören werden, die freie Tiere überhaupt noch erleben dürfen. Es wird weiter zerstört was nur geht für den Profit. Wir haben unser Steinzeitwirtschaftssystem in die Jetztzeit gerettet und es wird sich sicher kaum etwas ändern.
Klar sind freilebende Wildtiere, sind ja eigentlich nahezu alle, "besser" dran als ihre Artgenossen in Zoogehegen. Aber fahre mal zur nächsten Tanke. Da gibt es "umweltfreundliches" E10, für Palmöl brennt momentan halb Südostasien usw.. Ich weiß nicht, ob z. B. die Zoo Orang Utans wirklich mit ihren letzten freien Genossen tauschen wollten, um bald in einer Brandrodung zu krepieren oder mangels Lebensraum sowieso bald verschwunden sein werden. Mir persönlich sind da die Luxusnotgroschen in Parks lebender Tiere doch lieber als das letzte Bild vom letzten Tasmansichen Beutelwolf gemacht zu haben. Europa aktuell (BRD): Bär, Wisent, Wolf, Luchs. ... Aber da sollte man doch besser schon wieder bejagen, wird ja irre gefährlich ...

Gruß Peter

P. S.: der hießige Wolf hat sich vermutlich in den Südschwarzwald abgesetzt und bislang überlebt. Diese Woche tappte der erste ausgewilderte Luchs in eine Foto-Falle. Noch war es nur eine, die mit Infrarot schießt.

Zitat Piesl
Hallo Dirk,
das kann ich verstehen. Aber leider ist, wenn man die Sache einmal von der andern Seite betrachet, doch die, dass spätestens seit der Kolonialisierung im vorletzten Jahrhundert die echte Wildnis praktisch verloren ist. Der zzt. bewohnbare Globus ist komplett aufgeteilt in Staaten, die Meere weitestgehend in Wirtschaftsräume und selbst extraterrestrisch wird ja auch schon kräftig spekuliert. Solange unsere Spezies sich durch dieses Sonnensystem prügelt wird sie davon auch keinen Abstand mehr nehmen. Traurig aber wohl kaum mehr zu ändern.
Noch weitaus trauriger ist aber die Tatsache, dass wir wohl zu einer der letzten Genrationen gehören werden, die freie Tiere überhaupt noch erleben dürfen. Es wird weiter zerstört was nur geht für den Profit. Wir haben unser Steinzeitwirtschaftssystem in die Jetztzeit gerettet und es wird sich sicher kaum etwas ändern.
Klar sind freilebende Wildtiere, sind ja eigentlich nahezu alle, "besser" dran als ihre Artgenossen in Zoogehegen. Aber fahre mal zur nächsten Tanke. Da gibt es "umweltfreundliches" E10, für Palmöl brennt momentan halb Südostasien usw.. Ich weiß nicht, ob z. B. die Zoo Orang Utans wirklich mit ihren letzten freien Genossen tauschen wollten, um bald in einer Brandrodung zu krepieren oder mangels Lebensraum sowieso bald verschwunden sein werden. Mir persönlich sind da die Luxusnotgroschen in Parks lebender Tiere doch lieber als das letzte Bild vom letzten Tasmansichen Beutelwolf gemacht zu haben. Europa aktuell (BRD): Bär, Wisent, Wolf, Luchs. ... Aber da sollte man doch besser schon wieder bejagen, wird ja irre gefährlich ...

Gruß Peter

P. S.: der hießige Wolf hat sich vermutlich in den Südschwarzwald abgesetzt und bislang überlebt. Diese Woche tappte der erste ausgewilderte Luchs in eine Foto-Falle. Noch war es nur eine, die mit Infrarot schießt.
Grüß Dich, Peter, das sehe ich wie Du. Ich lege zwei Bilder von den Kleinwalart Vaquita und den Stellnetzten bei. Sein Lebensraum ist der Golf von Mexiko unds sein Pech ist, daß ein Pfund seiner Schwimmblase mit bis zu 20.000 US-Dollar gehandelt wird. Also nahezu Ausrottung bis auf die verbleibenden  30 Exemplare durch menschliche  Gier und Dummheit. 
Bei den Nashörnnern sind viele Zoos dazu übergegangen, das Horn nach Betäubung des Tieres fachgerecht zu entfernen, nachdem in einem Pariser Zoo ein noch  horntragendes Tier erschossen und das Horn abgesägt wurde.

Und dann kommen auf den Orang-Utan noch düstere Zeiten zu, wenb Djakarta auf die Insel Borneo unzieht: 
Indonesiens Hauptstadt Jakarta plant den Klima-Umzug

40 Prozent der Fläche von Jakarta befinden sich bereits unter dem Meeresspiegel. Die Stadt sinkt kontinuierlich ab. Statt die Ursachen zu bekämpfen, plant Indonesiens Regierung den Umzug der 10-Millionen-Metropole auf die benachbarte Insel Borneo.

Tschüss, Werner




Forenbeitrag Bild 2
Und hier das andere Vaquitabild
Forenbeitrag Bild 1
von Piesl
Danke Werner,
du unterstreichst das Dilemma zumThread hier mit einem entsetzlichen Paradebeispiel! 30 Restwale, ist das überhaupt noch zu retten?
Vom indonesichen Megawahn gar nicht zu reden.

So wird die Generation Enkel sicher viele ihrer Wildlifefotgrafien machen müssen. Was sie dabei über uns denken will ich lieber nicht wissen.

Gruß Peter
Hallo alle,
wenn ich das richtig verstehe ist ein Wildtier eine gefährdete Säugetier Art, die ihren natürlichen Lebensraum ausserhalb Europas hat.
z.B. eine Stubenfliege, Springschwanz, Regenwurm, Schnecke, Plötze, Sperling, Ratte, Reh, Fuchs, Feldhase, Fasan etc ist kein Wildtier sondern nur ein Tier oder gar ein Schädling?
Hier in den Rheinauen werden auch jedes Jahr Milliarden Schnacken getötet, Wälder werden wegen dem Eichenprozessionsspinner mit Gift überschüttet. Das alles ohne jeden nachvollziebaren Grund, sondern nur dass wir Abends draussen sitzen können oder den Wald für uns haben. Da regt sich niemand auf.
Die Rückkehr des Wolfes oder Problem Bären ist hier auch nicht gewünscht aber den Orang Utan müssen wir retten.
Man sollte erst vor der eigenen Tür kehren, bevor man auf andere zeigt!
Frohe Weihnachten
Thomas
von Piesl
Hallo Thomas, du hast natürlich recht, ein Wildtier muss weder Säugetier noch exotisch sein. Die Tier- und Pflanzenwelt kann immer nur im Ganzen gesehen werden. Wo der Mensch sich zurück zieht holt sich die Natur in Windeseile das Territorium zurück. Da spielen auch die hiesigen Schnaken (Amenophelis) mit. Die Renaturierung der Rheinauen lässt sie wiederkehren wie in meinen Kindheitstagen. Das ist und war aber nicht nur mega lästig, sondern birgt auch ein großes Krankheitsrisiko in sich. Tödliches Sumpffieber, heute bekannter unter dem Namen Malaria, war bis Anfang des vorletzten Jahrhunderts hier in der Region normal. Die KABS arbeitet übrigens mit einem natürlichen Parasiten der Moskitos, der ausschließlich sie befällt, sie weder ausrotten kann, noch soll. Sie sind die Basis für die Nahrungskette der Auwälder. Prinzipiell ähnlich gilt es auch für die Spinnerlarven, wobei ich deren Gegenmittel nicht kenne. Im Umkehrschluss mehr "Schädlinge" (aus menschlicher Sicht) = mehr Krankheiten = weniger Menschen. Also mehr Platz für die Natur. Aber mal ehrlich, wer von uns macht freiwillig den Lemming und springt als erster? Doch dies ist ein ganz anderes Thema, gerät Off-topic und wird auch nicht durch die Kennzeichnung von Fotografien zu lösen sein. Gruß Peter
So, jetzt gebe ich auch noch meinen "Senf" zu diesem Thema dazu. Der Bogen ist ja interessant, von Tierfotos bis hin zur Reduzierung der Moskitos in den Rheinauen - aber das geht an der Eingangsfrage etwas vorbei.
Ich denke dass es 3 Arten von Tierfotos gibt:
- im Zoo
- in freier Wildbahn
- Tiere an Menschen gewöhnt, oder halbfrei an Hotspots wie in Tschechien (Tiger) oder auch in Südafrika in ganz kleinen Ressorts, die aber eher schon an Privatzoos erinnern.

Zuerst noch ein paar Gedanken zu Ressorts und Zäunen. Ich weiß wirklich nicht wie man auf den Gedanken kommt, dass in Afrika alle Ressorts eingezäunt sind, und dass immer 30 Jeeps um eine Löwenfamilie herumstehen. Wir waren jetzt auf 8 Safaris in Afrika und Indien. Zäune haben wir so gut wie gar nicht gesehen, 30 Jeeps überhaupt nicht.
Hierzu noch ein paar Informationen:
An einer Seite des Krüger-Nationalparks (über 19.000 qkm groß) verläuft ein Zaun da, wo die Zivilisation beginnt. Dahinter, also im Bereich der Tiere, existieren keine Zäune. Die Tiere leben wild, werden auch nicht gefüttert und können von Ressort zur Ressort wechseln. Wir waren in 2en davon, jeweils 20.000 Hektar groß - da wäre ein Zaun wohl widersinnig. Das gleich gilt für die Masai Mara, Serengeti, das Okavanga-Delta usw. 
Ein Ressort ist ein Raum, auf dem sich eine Lodge für Safaris, oder auch ein Hotel, befindet. Das Gebiet wurde vom Betreiber entweder gekauft oder gemietet, oder es war schon immer in seinem Besitz. Nur kleinere Ressorts, die aber eher schon zu den Farmen zählen müssen, sind wohl eingezäunt. Auch der Ranthambore-Nationalpark in Indien ist eingezäunt, seine Fläche 282 qkm. Auch dort leben die Tiere innerhalb dieser Grenzen frei. Also - das Ressort immer eingezäunt sind und die Tiere damit nicht mehr in freier Wildbahn sind - ist in meinen Augen eine falsche Aussage.

Nun zurück zur Fotografie und meiner Einschätzung. Im einen und anderen Fall kann man an der Mimik eines Tieres sehen, ob es in freier Wildbahn oder im Zoo oder, oder, oder fotografiert wurde. Aber das ist aus meiner Sicht nicht entscheidend. Für mich unterscheiden sich die 3 Arten dadurch, dass

-ich in freier Wildbahn oft über Stunden nach einem Tier suche, und es dann ganz überraschend auftaucht. Da muss dann die Einstellung stimmen, oft bleibt nicht die Zeit ewig zu experimentieren. Das Tier wartet ja nicht bis die richtige Einstellung gefunden ist. Man will ja keinen Löwen im Mittagsschlaf fotografieren , oder doch? Dann wäre ja genug Zeit. Während einer Safari hat man ja auch nicht unendlich viel Zeit, zumal die Drives ja nur sehr früh und am Abend erfolgen.

- ich Zoo kann ich alle Einstellungen in Ruhe vornehmen, bzw. warten (notfalls auch über mehrere Besuche) bis ich mit der gewünschten Einstellung zum "Schuß" komme

- bei an den Menschen gewöhnten Tieren werde ich vorher über den Ablauf des Shootings informiert und kann im Vorfeld die richtige Einstellung vornehmen. Hier ist es sicher auch einfacher sich darauf vorzubereiten. Und die "Vorführung" kann wiederholt werden, was in der freien Wildbahn nicht möglich ist.

Durch diese Unterschiede kann es zu verschiedenen fotografischen Ergebnissen führen. Ähnliches gilt aus meiner Sicht in der Makrofotografie - lebt das Tier noch, ist es schockgefrostet oder ganz tot.
Es sollte jedem Fotograf überlassen bleiben, ob er die entsprechenden Hinweise in seinen Metadaten aufführt. Und die Jury sollte sich, unabhängig der Metadaten beim Betrachten der Bilder einfach die Frage stellen, wo das Bild entstanden ist, und dann entsprechend bewerten.
Viele Grüße aus dem Murgtal Klaus

Zitat arteins

Beim Schreiben einer Anmerkung zu einem Löwenporträt stellte sich mir - besonders in Zeiten der Diskussion über den Rückgang der Artenvielfalt - die Frage, ob das Tier in Freiheit (Wildlife) oder in Gefangenschaft (Zoo/Tierpark) fotografiert wurde. Vielleicht kann man ja durch eine Rubrik die Möglichkeit schaffen, bei der Veröffentlichung - besonders beim FF-Award - der Tieraufnahme darauf hinzuweisen. Bei der Teilnahme am "Glanzlichter-Award ist das sogar Pflicht.

Beste Grüße und immer das richtige Licht

Wolfhart

Wenn man dem Bild des Löwen nicht ansehen kann ob es nun in Freiheit oder im Gehege entstanden ist, dann muss man ja festellen, das das Bild authentisch ist/wirkt, oder?



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