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Panoramafreiheit

Liebe FFCler/innen, ich möchte euch auf ein m.E. wichtiges und vielleicht etwas vernachlässigtes Thema hinweisen, die Panoramafreiheit.
Wikipedia hat das sehr ausführlich beschrieben, hier Link:

https://de.wikipedia.org/wiki/Panoramafreiheit#Kriterium_„öffentlich“

Und dann hab ich noch etwas zur Panoramafreiheit in bestimmten Ländern gefunden, lest hier:

https://www.erkunde-die-welt.de/panoramafreiheit-in-ausgewaehlten-laendern/

Ich hab mein Foto mit dem geschützen Kußmund von Aida Diva gelöscht. Das Schiff befindet sich sich zwar in der Öffentlichkeit - Hafen, aber das Mündchen ist geschützt!!
VG, Werner

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Wo soll das noch hinführen... Mit der komplizierten, immer mehr ausufernden Rechtsprechung zu dem Thema ist uns allen nicht wirklich geholfen. Wenn das so weiter geht, dann dürfen wir streng genommen vermutlich bald gar nichts mehr fotografieren... Wo bleibt da noch unser Recht auf Freiheit? Das kann nicht Sinn und Zweck sein. Keine Frage: Der Urheberschutz ist und bleibt sehr wichtig. Doch schießt der Gesetzgeber da nicht auch etwas über das Ziel hinaus? Ich denke, es wird höchste Zeit, dass die verstaubte Gesetzgebung mal ganz unbürokratisch mit gesundem Menschenverstand überarbeitet wird. Dann bitte nach dem Prinzip "weniger ist mehr", wie bei der Fotografie. Mit einfachen, klaren Gesetzen, die jeder versteht, ohne Futter für die Abmahnanwälte.
Stephan, da bin ich völlig Deiner Meinung. Allerdings sind es viele Privatinteressen, die uns hier einen Riegel vorschieben wollen, bzw. uns zu Kasse bitten. Beispiel Eiffelturm: Tagsüber ist der Turm frei für die Fotografen. im Jahr 1985 hat sich die Betreibergesellschaft SETE die Beleuchtung schützen lassen und deshalb ist das Fotografieren des beleuchteten Eiffelturms eben nicht mehr frei. Beim Hundertwasserhaus in Wien hat der Architekt vom Obersten österreichischen Gerichtshof erstritten, daß die Betreibergesellschaft Hundertwasserhaus ohne seine Genehmigung keine Bilder von der Fassade vervielfältigen darf.
Bei der AIDA-DIVA ist Wiki nicht auf dem letzten Stand gewesen, hier gibt es ein BGH-Urteil, dass das Fotografieren des Kußmündchens am Bug erlaubt. Insofern war ich mit meinem Eintrag auch nicht auf dem letzten Stand und hab mich an Wki orientiert, aber ein Fotokamerad aus dem OLYMPUS-Forum hat mich hier berichtigt.

Aber all das soll zeigen, das das ein ernstzunehmendes und u.U. teueres Thema werden kann.
Ein anderes Beispiel: Vielleicht kennst Du das Gummibärchenorakel mit den HARIBO-Bärchen. Auf die Frage, ob man die Gummibärchen fotografieren und in seiner Fotoseite veröffentlichen darf, schrieb HARIBO einem anfragenden Fotokameraden::
Sehr geehrter Herr Xxxxxxxxxx,

vielen lieben Dank für Ihre freundliche Email sowie die Informationen zu Ihrer Tätigkeit als Hobbyfotograf.

Nach Rücksprache mit unserer Rechtsabteilung können wir Ihnen heute mitteilen, dass Sie das übersandte Foto „piano_baer_rot_neu_klein“ gerne verwenden dürfen, da es sich um einen Goldbären aus Fruchtgummi (Einzelproduktstück) handelt. 

Aus rechtlichen Gründen darf man nur nicht das original HARIBO-Logo, die HARIBO-Schriftart sowie die HARIBO-Goldbären-Illustration verwenden, da diese patentiert und somit rechtskräftig geschützt sind!

Wir hoffen, wir konnten Ihnen mit diesen Informationen weiterhelfen und verbleiben

Sehr informativ ist der Artikel von 22places, Jenny & Basi.Lies hier:

https://www.22places.de/panoramafreiheit-fotografie/

Fazit: Es gibt noch genug für uns zu tun, ohne daß wir uns darüber Sorge machen müssen, solange wir unsere Fotos in Deutschland veröffentlichen und  uns im öffentlichen Raum bewegen. Im nichtöffentlichen Raum muß man eben fragen. Die o.g. Autoren Basti&Jenny verweisen auch auf die weltweit uneinheitliche Situation bei der Panoramafreiheit. Wer also Fotos von einem nicht panoramafreien Gebäude über Facebook, Instagram, WhatsAppp oder anderen Bildersammlern veröffentlicht und jemand in einem Land mit Panoramaverbot wie z.B. Frankreich sieht das - dann kann es Ärger geben.
Mir ging's bei diesem Eintrag nur um die Info zu diesem hirnrissigen, aber evtl. teueren Thema. Ciao, Werner





Mal so ganz naiv gefragt,

wenn ich doch wirklich gern den Eifelturm nachts angeleuchtet fotografieren moechte , das dann auch tu und mir als poster ausdrucke und an meine wohnzimmerwand haenge , wo ist dann das problem ? Man muss ja nicht alles irgendwo im net verøffentlichen.

Aus meiner sicht wird das ganze thema total hysterisch und panikartig angegangen, also von dem ein oder anderen.

Lg Dirk
Dirk, wenn Du das mit dem Eiffelturm so machst wie beschrieben und Dich niemand dabei erwischt, hast Du kein Problem.

Wenn Du mit Hysterie und Panikmache mich meinst,  dann sprich's offen aus und begründe das bitte. Ciao, Werner
Hab niemanden persønlich ansprechen wollen Werner ,
es ist aber auffaellig wie hier und im netz allgemein, auf das thema reagiert wird . Fast schon weltuntergangsstimmungsmaessig und auch immer nur aus fotografen sicht (meistens hobbyfotografen) , niemand versucht mal ernsthaft sich auch in die andere seite zu versetzen.
Mein das jetzt auch uebergreifend zum thread "dsgvo" 

Dein Beispiel mit dem kussmund der Aida ist ja so eine panik reaktion gewesen , aus meiner sicht . Du hast es gleich geløscht weil du irgendwo irgendwas gelesen hast und die welt fast zusammengebrochen ist, was dann aber doch nicht der fall ist / war.

Lg Dirk
Dirk, ich habe das Thema der Panoramafreiheit hier reingestellt, weil es eine Information zu einem Thema ist, bei dem es viele unterschiedliche Regelungen gibt. Wenn das allgemein bekannt ist, ist's gut und wenn nicht, kann das eine Informationshilfe sein.
Wie Du das Löschen meines AIDA-Kussmunds bewertest, bleibt Dir überlassen. 
Aber sag doch bitte, in welche andere Seite sollen wir uns oder ich mich versetzen? 
Sicher bedeutet die Panoramafreiheit eine Einschränkung des Urheberrechts, zB. bei Gebäuden von besonderem Interesse, wenn sie  darunter fallen. Würde der Urheber noch leben, wäre er benachteiligt.Wenn es aber bei einigen deutschen Schlössern und Burgen Einschränkungen gibt und die Urheber schon lange verstorben sind, sind es dann die Berufsfotografen, die hier eine lästige Konkurrenz bei Kalendern, Büchern, etc. sehen oder mejnst Du die Ur-Erben der Urheber oder, nochmal gefagt,  welche andere Seite meinst Du? 
Wie auch immer, es ist ein fallstrickreiches Thema.
Ciao, Werner
von UP


Zitat Dirk Rosin
Mal so ganz naiv gefragt,

wenn ich doch wirklich gern den Eifelturm nachts angeleuchtet fotografieren moechte , das dann auch tu und mir als poster ausdrucke und an meine wohnzimmerwand haenge , wo ist dann das problem ? Man muss ja nicht alles irgendwo im net verøffentlichen.

Aus meiner sicht wird das ganze thema total hysterisch und panikartig angegangen, also von dem ein oder anderen.

Lg Dirk


....in einem Fotoforum damit zu argumentieren, daß man die Bilder ja sowieso nur zuhause aufhängt, erscheint mir als der stumpfe Versuch ein tatsächlich existierendes Problem einfach in Abrede zu stellen.

Wenn ich meine Bilder in Fotoforen wie diesen nicht mehr gefahrlos einstellen kann, läuft gewaltig etwas schief. In Paris gilt das für den Eifelturm, In Potsdam für Sanssouci und in London für die Tower Bridge mit rotem Bus oder was auch immer. Und als Google Streetvie mit Kameras durch die Gegend fuhr, führte sich auch Otto Normalverbraucher plötzlich auf wie die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Hat noch jemand den Fall der Dame im Sinn, die nicht vor einem Pfandhaus abgelichtet in einer Ausstellung abgebildet sein wollte? (https://www.co-berlin.org/streetphotography-legal-illegal)

...seit Jahre sage ich, daß die Kamerahersteller gemeinsam entsprechende Lobbyarbeit fianzieren und auf den Weg bringen sollen, um nicht nur die Interessen von uns Kunden zu verteidigen, sondern auch ihre eigenen Märkte. Wenn wir nicht mehr fotografieren dürfen, brauchen wir auch keine Kameras.

Das Kunsturhebergesetz, ebenso wie die Panoramafreiheit schränken nur solange nicht ein, solange andere Rechte und Gesetze dem nicht entgegen stehen. Seit dem 25.5. steht beidem dem Papier nach die DSGVO entgegen, denn Digitalfotografie ist Datenerhebung. Ja, daheim kann man seine Bilder noch präsentieren wie man will. Aber auch das kann zum Problem werden, wenn Alexa Unterhaltungen über die Bilder an der Wand belauscht und verschickt. Kann nicht passieren? https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.amazon-lautsprecher-alexa-bela...

 


....in einem Fotoforum damit zu argumentieren, daß man die Bilder ja sowieso nur zuhause aufhängt, erscheint mir als der stumpfe Versuch ein tatsächlich existierendes Problem einfach in Abrede zu stellen

Ja, Stefan, genau so ist es und Dein Beitrag bringt's nochmal auf den Punkt. Wir brauchen eine gute Interessenvertretung. (Gut, daß Du auch die Fehlentwicklung mit Amazon/Alexa  und den Artikel von der Frau vor dem Pfandhaus reingestellt hast!)
Mir ging's erst mal darum, auf das Problem der national sehr unterschiedlich gehandhabten Panoramafreiheit zu verweisen. Es mag ja sein, daß viele hier fit und firm in diesem Thema sind, es kann aber auch das Gegenteil sein.
Ich weiß von einem Fotofreund, der recht unangenehme Erfahrungen mit der eingeschränkten Panoramafreiheit machen musste und das war letztlich mein Auslöser für diesen Beitrag. Das hat etwas mit Solidaridät zu tun. Deine Forderung für eine Vertretung unserer Fotointeressen ist sehr zu unterstützen. Ich kann für mich NICHT in Anspruch nehmen, alle Veränderungen innerhalb der Panoramafreiheit in Europa zu kennen. Es ist ein fließender Prozeß, mal zu unseren Gunsten wie bei dem BGH-Urteil zum AIDA-Kußmund, mal aber auch in die andere Richtung.
Einige konkrete Ideen dazu habe ich schon, die erste ist ein Schreiben an meinen Kamera- und Objektivhersteller.
Tschüss & schönen Tag, Werner


Zitat UP


Zitat Dirk Rosin
Mal so ganz naiv gefragt,

wenn ich doch wirklich gern den Eifelturm nachts angeleuchtet fotografieren moechte , das dann auch tu und mir als poster ausdrucke und an meine wohnzimmerwand haenge , wo ist dann das problem ? Man muss ja nicht alles irgendwo im net verøffentlichen.

Aus meiner sicht wird das ganze thema total hysterisch und panikartig angegangen, also von dem ein oder anderen.

Lg Dirk

.... Hat noch jemand den Fall der Dame im Sinn, die nicht vor einem Pfandhaus abgelichtet in einer Ausstellung abgebildet sein wollte? (https://www.co-berlin.org/streetphotography-legal-illegal)

 


Genau sowas meinte ich mit sich auch mal in die andere seite vesetzen. Ich kann die frau verstehen. Ich wollte auch nicht als cooles street im netz auftauchen wie ich gerade aus einem sex shop komme (als beispiel). 



Zitat UP


Zitat Dirk Rosin
Mal so ganz naiv gefragt,

wenn ich doch wirklich gern den Eifelturm nachts angeleuchtet fotografieren moechte , das dann auch tu und mir als poster ausdrucke und an meine wohnzimmerwand haenge , wo ist dann das problem ? Man muss ja nicht alles irgendwo im net verøffentlichen.

Aus meiner sicht wird das ganze thema total hysterisch und panikartig angegangen, also von dem ein oder anderen.

Lg Dirk

.... Wenn wir nicht mehr fotografieren dürfen, brauchen wir auch keine Kameras.


 


Das ist ein argument ungefaehr so "auf deutschen autobahnen nur noch 100km/h" (wie z.b.hier zulande)wuerde dann bedeuten "Duerfen wir kein auto mehr fahren brauchen wir auch keine autos." 

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