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Aus der Luft

Brida
„Okavangodelta“


"Das Okavango-Delta ... in Botswana ist ein riesiges Binnendelta, das sich dort bildet, wo der Okavango-Fluss in einer Höhe von 930–1.000 m[3] im zentralen Teil ... der Kalahari einen tektonischen Trog erreicht.

Es gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe als eines der wenigen inneren Deltasysteme, die nicht in ein Meer oder einen Ozean münden, mit einem weitgehend intakten Feuchtgebietssystem. Das gesamte Wasser, das das Delta erreicht, wird schließlich verdunstet und versickert. Dabei bildet er inmitten der Kalahari mit über 20 000 Quadratkilometern eines der größten und tierreichsten Feuchtgebiete Afrikas." (wikipedia)

***

Während meines Aufenthaltes in Botswana im Juni 2022 hatte ich mich für einen Rundflug über das Okavangodelta (in einem Kleinflugzeug) entschieden. Ich bin in Erwartung der landschaftlichen Strukturen, die das Okavangodelta in seinem Verlauf bildet, in das Flugzeug gestiegen und wurde nicht enttäuscht. Die auf den Fotos dann sichtbaren Tiere ergaben sich mehr denn zufällig – auf diesem z.B. sind Elefanten zu sehen. Aber die Tiere waren mehr Beiwerk und manche entdeckte ich dann sogar erst zu Hause am Bildschirm.

Die eigentliche Schwierigkeit und fotografische Herausforderung für mich war hier beim Bildaufbau sehr schnell (ähnlich wie bei der Sportfotografie) auf die Situation reagieren zu müssen und auf die Bewegung des Flugzeuges reagieren zu können. Denn die geringere Flughöhe eines Kleinflugzeuges in Kombination mit der Fluggeschwindigkeit, ist eben anders als bei einer Höhe, die ein Verkehrsflugzeug einnimmt.  Unter diesen Bedingungen hier wird mir nicht länger schon vorher „mein Bild“ gezeigt, so ich mich darauf einstellen könnte. Die Landschaft veränderte sich binnen eines Bruchteils von Minuten. So nahm ich die Kamera gar nicht erst vom Gesicht und arbeitete dicht an der Scheibe (um Spiegelungen zu vermeiden) in den 45 Minuten, die der Flug andauerte, sehr konzentriert. Die hohe ISO-Einstellung, die ich wählte (zwischen 2000 und 3200, ermöglichte mir eine sehr kurze Belichtungszeit 1/2000s. Denn Bildschärfe wollte ich unbedingt. Das mit dem hohen ISO ist aber mit etwas Qualitätsverlust einhergehend, den ich hinnehmen musste. Ein niedrigerer ISO  und damit eine längere Belichtungszeit hätte hier unter diesen „Arbeits“bedingungen  und Gegebenheiten allerdings nichts gebracht.

In der Maschine war es eng und laut und ich hinterher klatschnass geschwitzt, aber fürs Erste zufrieden mit dem was ich auf dem Display sah. Dass ich fast alle Aufnahmen dann für mich als wirklich gelungen ansehen konnte, sah ich erst richtig zu Hause und hat mich sehr gefreut. 
Kategorie: Landschaft
Rubrik: Aus der Luft
Hochgeladen: 19.03.2024
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Kamera: Fujifilm X-T3
Objektiv:
Blende: 18mm
Brennweite: f/16
Belichtung: 1/2000s
ISO: 3200
Keywords: Afrika, Botswana,
Okavangodelta,
Kleinflugzeug,
Luftaufnahme


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Kommentare zum Bild

Nett
19.03.2024

Da ist deine Bemühung, eine Aufnahme mit guter Tiefenschärfe zu bekommen, belohnt worden.
Den Qualitätsverlust durch den hohen ISO-Wert kann ich hier gar nicht erkennen.
Auch dass du durch die Scheibe fotografiert hast, ist hier nicht zu sehen.
Du hast recht, eine kurze Belichtungszeit war bei der Aufnahme, unter den beschriebenen wackeligen Bedingungen in dem Kleinflugzeug, die richtige Wahl.
Da ist dir eine fantastische Naturaufnahme gelungen. Aus dieser Höhe kann man die Farbnuancen der Landschaft und des Wassers besonders gut erkennen.
Drei Elefanten habe ich gesichtet, ist das richtig?
Was für ein beeindruckendes und nachhaltiges Erlebnis muss dieser Flug für dich gewesen sein.
Gruß Karin

Lothar Mantel
19.03.2024

Eine große 2 hat der Fluss an dieser Stelle in die Landschaft geschrieben. Von links oben bis rechts unten aus dem Bild laufend wird die baumbestandene Landschaft geteilt. Die bereits etwas tiefer stehende Sonne kann der flachen Gegend schon eine Struktur geben, die für ein Quantum Kontrast bei der Draufsicht wichtig ist. Am oberen Rand sorgt die Reflexion des blauen Himmels für einen angenehmen Farbkontrast zu den überwiegenden gelbgrün Tönen.
Unter den nicht einfachen Bedingungen, die du gut nachvollziehbar beschrieben hast, ist dir ein exzellentes Foto dieser sehr besonderen Landschaft gelungen.

LG Lothar

Eberhard Dengler
19.03.2024

In engen Schwüngen schlängelt sich der Flusslauf durch das flache Grasland, das nur von wenigen Baumgruppen unterbrochen wird. Ohne menschliche Regulierung verzweigt er sich ständig und sucht sich seinen Weg immer wieder neu. Um diesen Verlauf hervorzuheben, hast du vermutlich auch bewusst auf den Horizont und die Darstellung der Weite verzichtet. Die fotografischen und mitunter auch körperlichen Herausforderungen konnte ich auch einmal bei einem Rundflug in einer Cessna über Island erleben, man spürt die Luft sehr hautnah und Turbulenzen bekommen eine andere Bedeutung als in einem Verkehrsflugzeug. Trotzdem bleibt es ein unbeschreibliches Erlebnis und das Ergebnis spricht dafür, daß du die richtigen Entscheidungen getroffen hast.
VG Eberhard

Anne UD
20.03.2024

Du gibst dir so viel Sorgfalt und Mühe, Brida, ich lese deine Ergänzungen und Anmerkungen meist mit Gewinn und viel Interesse. Auch hier wieder, danke für all deine Angaben. Ich freue mich mit dir über diese klare Dokumentation eines Arials, das man zu Fuß nicht wird erobern können. Ein Schatz, den du mit nach Hause nehmen konntest. Der Ausschnitt wirkt sogar sehr genau ausgewählt. Ich bin begeistert.
VG Anne

PeSaBi
20.03.2024

Auf unvorhergesehene Situationen schnell und gut zu reagieren macht eine gute Fotografin aus ... oft sind die Begleitumstände widrig, aber wir müssen sie so nehmen und reagieren ...
Ich finde das Bild ist Dir sehr gut gelungen ... die ISO-bedingten Qualitätsverluste kann ich auch nicht sehen, dafür sehe ich eine wirklich wunderschöne und strukturierte Landschaft mit den Beigetönen wie man sie von Afrika erwartet, aber ebenso viel und üppiges Grün, sowie der sich blau dahinschlängelnde Okavango - der Rundflug hat sich richtig gelohnt, sicher neben den Fotos ein tolles, erfüllendes Naturerlebnis !
HG - Petra

Dieter F.Grins
21.03.2024

Hallo Brida,
für mich weckt dein Bild sogleich Erinnerungen.
Da unten habe ich mich 1998 mit einem Geländewagen
auf oft gewagten Pisten durch das Gelände gekämpft.
Das Erlebnis eines Rundflugs haben meine Frau und ich uns nicht gegönnt. Wir haben was vermisst wie ich hier sehe.
BG Dieter

Werner Schabner
23.03.2024

Das waren fotografisch sehr ungünstige Bedingungen, die Du aber ausgezeichnet gemeistert hast. Von Körnigkeit wegen der hohen ISO-Bereiche ist nichts zu sehen. Und Spiegelungen sind auch nicht erkennbar. Und da die Sonne nicht direkt von oben auf die Erde knallt, hat die Landschaft eine schöne Struktur. Ein Bild in angesichts dieser Bedingungen überwältigend guter Schärfe.
VG Werner

Brida
27.03.2024

Ich danke euch für eure freundlichen Kommentare.
Die qualitative Einschränkung durch Verwendung eines hohen ISO-Werts schmälert mir zwar nicht in dem Sinne das Gesamtergebnis, heißt, ich bin sehr zufrieden. Ich wollte es dennoch nicht unerwähnt lassen. Das Foto ist in seiner Schärfe nicht knackig, sondern in Andeutung leicht "matschig". Aber unter den Bedingungen zu vernachlässigen.

@ Karin - du hast richtig entdeckt - drei Elefanten
@Lothar - ja, eine geschwungene Zwei, mehrmals mit dem Stift angesetzt beim Schreiben:-) - 1. Klasse, Grundschule noch beim Üben
@Eberhard - genau darauf kam es mir an - die Landschaft zusammen mit dem Flusslauf abzubilden, weil beides in seinem Zusammenwirken die Landschaftsgrafik ausmacht. Und, ja, ich habe bewusst auf den Horizont verzichtet, ihn außen vorgelassen, weil es mir mehr um eine Draufsicht ging, weniger, um eine Weite darzustellen. Am liebsten wäre mir frontal von oben, wie das mit einer Drohne möglich wäre. Wenn du Gleiches im Einsatz über Island - auch ganz toll!!! - erlebt hast, kannst du es ja hautnah nachempfinden, diese Herausforderung aus einem Kleinflugzeug zu fotografieren.
@Danke Anne, für deine liebevolle Wertschätzung. Das freut mich und ich mache das sehr gern.
@Petra - auch dir einen Dank und freut mich, dass ich dir ein Stück von dieser herrlichen afrikanischen Landschaft nahebringen konnte.
@Dieter - ach schön, dass ich dich an eigene Erlebnisse erinnert habe. Geländewagen über holprigen Pisten war ja die hauptsächlichste Fortbewegung dort während der Rundreise. Der Rundflug war ein Höhepunkt für mich und diesen habe ich nicht bereut. Da sehr viele Aufnahmen gelungen sind, ist nur von diesem Rundflug ein kleines Fotobuch von mir angelegt worden.
@Werner - ja, wie oben gesagt leicht "matschig", also wie weichgespült, nicht knackig, körnig ist es nicht. Der Sonnenstand war tatsächlich zur Zeit des Rundfluges über die meiste Zeit ideal.

Ich muss noch ergänzen: Die Landschaft verändert sich ständig, weil der Fluss auf natürliche Weise zunehmend mehr Wasser führt und sich damit das Okavangodelta nach und nach flutet, bis das Wasser übers Jahr hin wieder versickert bevor dieser Zyklus erneut beginnt. Hätte ich z.B. eine Woche später nur diesen Rundflug erneut gemacht, sähe diese Landschaft schon wieder ganz anders aus. Das ist hier das Besondere zudem.

Peter Eschweiler
05.04.2024

Tolles Luftbild, Brida, danke auch für die Beschreibung.
Mit dem Motordrachen über Venn und Eifel
erhaschte ich nur ein paar deutliche Aufnahmen.