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virtualwalkabout
„Du musst nicht alles glauben was Du denkst...“


... so beginnt ein Text von Manfred Miethe in seinem "Handbuch für Meister" Gedanken fließen lassen, ohne sie zu bewerten, zu beobachten, wie sie sich verändern... Danke Heinz für diesen Hinweis.

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Anarchie

Immer geschmäht, verflucht – verstanden nie,
Bist du das Schreckbild dieser Zeit geworden…
Auflösung aller Ordnung, rufen sie,
Seist du und Kampf und nimmerendend Morden.

O laß sie schrei'n! – Ihnen, die nie begehrt,
Die Wahrheit hinter einem Wort zu finden,
Ist auch des Wortes rechter Sinn verwehrt,
Sie werden Blinde bleiben unter Blinden.

Du aber, Wort, so klar, so stark, so rein,
Das alles sagt, wonach ich ruhlos trachte,
Ich gebe dich der Zukunft! – Sie ist dein,
Wenn jeder endlich zu sich selbst erwachte.

Kommt sie im Sonnenblick – Im Sturmgebrüll?
Ich weiß es nicht… doch sie erscheint auf Erden! –
"Ich bin ein Anarchist!"  "Warum?" "Ich will
Nicht herrschen, aber auch beherrscht nicht werden!"

John Henry Mackay
Kategorie: Stillleben
Rubrik: Andere
Hochgeladen: 21.10.2016
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Kamera: NIKON D40
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Blende: f/13
Brennweite: 165 mm
Belichtung: 1/100 sec
ISO: 200
Keywords: Friedhof, Riga


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Kommentare zum Bild

Hervor
21.10.2016

Zum Gedicht: Die Frage ist, ob de Mensch Wahrheit auf die Dauer überhaupt aushält, wenn sie gar so klar formuliert und dezidiert formuliert wird. Vielleicht führt auch die totale Unabhängigkeit auf die Dauer in die totale Einsamkeit ?
Ich beschränke mich daher auf Provisorien und lebe gerne mit meinen Ungewissheiten, die mir das Staunen und Änderungen offen lassen.

Heinz Thorns 50
21.10.2016

Wie viel Wahrheit, oder Wissen oder Weisheit vertragen wir? Da hat sich schon der Erasmus von Rotterdam in seinem Lob der Torheit Gedanken gemacht ;-)
Was ist Wahrheit? nur meine heute gültige Sicht der Dinge, sie ist nie allgemein gültig und sie verändert sich.
Über das Denken und Wissen hatte ich mal eine schöne Geschichte gefunden: http://www.biosensor-physik.de/biosensor/ameise-und-kuckuck.htm

LG vom Heinz

Rudolf Büttner
26.11.2016

"Vergänglichkeit und die Frage nach einer Zukunft" ergibt sich für mich aus der Geschlossenheit von Friedhofsmotiv, Zerstörung und Untertitel mit Gedicht. Ein lichtvoller Sonnenschein bringt Hoffnung wie Erkenntnis des Seienden.
Deine anspruchsvolle Arbeit, die sich in zahlreichen "Fotoblättern" ausdrückt, hat sich zu einem virtuellen Raum für Philosophie zu Zeitthemen entwickelt, herzlichen Dank.
Rudi

Coralejo
30.11.2016

"Anarchie" (...) "verstanden nie".

Das drückt es aus; wie sollte das Konstrukt Mensch das verstehen können? Und das heute! Wo Chaos und Repression sich die Waage zu halten versuchen.

Anarchie = Freiheit, zu denken und zu leben;
ein Idealzustand, dem die Menschheit nicht gewachsen ist.

Habe mal wieder reingeblickt in das FF,
liebe Grüße, Coralejo

Jürgen Engelmann
02.01.2017

DIE Wahrheit, die absolute Wahrheit gibt es nicht, so wie es auch nicht das beste Bild oder das beste Lied gibt.
Alles ist subjektiv. Jeder hat seine eigene vermeintliche Wahrheit.
Unser gesamtes Wissen ist menschgedacht. Es könnte auch alles anders sein. Weil aber unsere Wahrnehmung auf das Begreifen begrenzt ist, kommen wir über den Stand der Dinge nicht hinaus und nennen ihn Wahrheit.
In diesem Zusammenhang wackelt der Begriff der Lüge.
Die Lüge kann die Wahrheit dessen sein, der sie ausspricht. Unser eigener Standpunkt hindert uns daran, derartige Aussagen ernst zu nehmen, ja zuzulassen.
Es gibt nur eine Gewissheit, das einzelne Leben auf diesem Planeten ist endlich. Ich neige dazu zu sagen, das Leben auf diesem Planeten ist endlich. Das aber ist schon wieder eine andere Geschichte.
HG, Jürgen