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Porträt

hmdoelz
„16. Februar 2020, 10.04 Uhr“


  aus der Serie "mannequins"

20 Bilder aus der Serie wurden im Dezember 2019 im spanischen Fotografie-Magazin Dodho gezeigt.
https://www.dodho.com/mannequins-by-hans-martin-dolz/

Schaufensterpuppen (Mannequins)

Mannequins tauchten in den Geschäften an den Hauptstraßen von London, Paris und New York erstmals etwa um 1870 auf, seither sind sie aus den Schaufenstern der Modegeschäfte nicht mehr wegzudenken.

 

Stets waren sie nicht nur als ausdrucksloser Kleiderständer, der die jeweilige aktuelle Mode zur Schau stellte, konzipiert, sondern sie verkörperten durch ihre Beschaffenheit immer auch ein Ideal hinsichtlich einer modischen Körperform in ihrer jeweiligen Zeit.

 

Unter den zahlreichen Fotos mancher renommierter Fotografen des 20. Jahrhunderts (Lee Friedlander, Walker Evans, Vivian Maier, um nur drei von ihnen zu nennen) sind fast immer auch Fotos zu finden, auf denen Mannequins zu sehen sind.

 

Überraschenderweise findet man in jüngster Zeit, in der Bilder tsunamiartig in den verschiedensten Internetforen gepostet werden, kaum Fotos, die sich dieser Thematik widmen.

 

Mein Ziel als Fotograf bestand darin, unter den jeweils gegebenen (nicht beeinflussbaren) Voraussetzungen (Beleuchtung, Umgebung, Spiegelungen) die Mannequins so darzustellen, dass der Betrachter eines Fotos nicht unmittelbar interpretieren kann, was er da sieht. Durch Wahl einer nahezu ganz geöffneten Blende wird eine extrem geringe Schärfentiefe erreicht, mit zum Teil leichter Defokussierung des Hauptmotivs wird das puppenhafte Aussehen der Modelle vermindert, durch Einbeziehung der Spiegelungen (meist sind dies Gebäude auf der gegenüberliegenden Straßenseite) wird die Verortung des Modells stark erschwert. So kann bei einigen Fotos der Eindruck entstehen, das Modell (oder eine lebende Person) stehe auf einem Gehweg vor einer Häuserzeile, obwohl es sich tatsächlich hinter einer Schaufensterscheibe im Inneren eines Raumes befindet. 

 

Bearbeitungen der Fotos wurden nicht vorgenommen, teilweise erkennbare Verschmutzungen oder Abplatzungen an Köpfen der Modelle wurden bewusst nicht retuschiert. 

 

Die Anzahl der Bilder im Rahmen des Projekts beträgt mittlerweile weit über Hundert, die hier ausgewählten acht Bilder zeigen lediglich eine kleine Auswahl von Gestaltungsansätzen, die je nach Typ der Mannequins, der jeweiligen Präsentation der Figuren im Schaufenster des Geschäfts sowie mögliche Effekte durch Einbeziehung von Spiegelungen gewählt wurden. 

 

Für die Fotos wurde entweder ein 75 mm / 1,25 - Objektiv oder ein 35 mm / 2,0 -  Objektiv an einer Messsucher-Kamera verwendet. Die Aufnahmen entstanden nahezu ausschließlich an Sonntagvormittagen bei stark bedecktem Himmel, weil sowohl die Beleuchtung hinter den Schaufenstern der Modegeschäfte als auch die Spiegelungen in den Scheiben unter diesen Bedingungen optimal erschienen.

 

Kategorie: Menschen
Rubrik: Porträt
Hochgeladen: 28.02.2020
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Kamera: M9 Digital Camera
Objektiv: Leica Summilux-M 75mm f/1.4
Blende: f/3.4
Brennweite: 75 mm
Belichtung: 1/180 sec
ISO: 160
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Kommentare zum Bild

friedrich warth
29.02.2020

Diese "seelenlosen" Wesen üben eine gewisse Faszination aus, wenn man(n.., frau) sich länger damit beschäftigt.
Durch deine sehr informativen Ausführungen unter den Bildern, wird einem dann auch klar, welche Intention du hattest.
Deine drei "mannequins" , in ihrer Darstellung ganz verschieden, werden für mich plötzlich zu Wesen mit "Eigen-Leben".
LG fritz ,-)