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Schiffe

Frankenwerner
„U 2540, jetzt U-Bootmuseum Wilhelm Bauer in Bremerhaven“


Das U-Boot U 2540 der neuen 21-Klasse war in vielem ein maritimer Durchbruch. Die bekanntere 7C-Klasse , die man vor Laboe besichtigen kann,  war lediglich ein Überwasserboot mit begrenzten Tauchvermögen. Und dennoch fuhr dieses kleine Boot mit seinen 7,6 Kn Geschwindikeit bis an die Ostküste der U.S.A. Ziel war immer die Nachschubzerstörung.
Die 21-Klasse wie die U-2540 ließ diese Einschänkungen so weit hinter sich, daß diese Waffengattung für die Aliierten zur ernsten Gefahr wurde, die wichtigsten Eckdaten zeigen das:
U-Boot Typ XXILänge 76,7 mVerdrängung über Wasser:  1.621 t
getaucht:  1.819 tBreite 7,6 mHöhe 11,3 mTauchtiefe  regulär: 220 m
 äußerste Tauchtiefe: 330mBesatzung  58 MannAntrieb  2x MAN 6-Zyl. Diesel mit 4.000 PS
 2x SSW Doppel-E-Motoren mit 5.000 PS
 2x SSW E-Motoren für Schleichfahrt mit 226 PSReichweite über Wasser: 1 5.500 sm bei 10 kn
getaucht:  340 sm bei 5knBewaffnung  6 Bugtorpedorohre mit 23 Torpedos
2 x 2 cm Zwillingsflak
Das Besondere: die hohe Geschwindigkeit unter Wasser.
 

"Wilhelm Bauer" ist das einzige überlebende (U-Boot- des Typs XXI, dem ersten militärischen Unterseeboot der Welt, das in der Lage war einen Kriegseinsatz beinahe vollständig getaucht durchzuführen. Alle vor ihm entwickelten Unterseeboote waren mehr oder weniger Überwasserfahrzeuge mit der Fähigkeit, für kurze Zeit getaucht zu fahren, hauptsächlich für den Angriff oder das Absetzen vom Feind. Entscheidend war die Steigerung der Unterwassergeschwindigkeit von 7,6 Knoten (Typ VIIC) auf 17,2 kn

Es war damals üblich, die Bootsteile in Segmenten zu den 7  Komplettierungswerften zu liefern.  Fertigstellung  und in Betriebsetzung war innerhalb eines Monats abgeschlossen.
Was bedeutete das für Deutschland? 
Natürlich wußten die Aliierten um die Lage der Werften und belegten sie mit schwerstem Dauerbombardement. Besonders schwer traf es Swinemünde und Hamburg. Swinemünde wurde durch die Luftangriffe schwerstens zerstört. Und dennoch erreichten Boote der 21-Klasse ihre Einsatzgebiete. 
Was vermutlich weniger bekannt ist: wäre die Herstellung der 21er-Klasse weitergegangen, hätten die Aliierten zum letzten Mittel gegriffen: Dem atomaren Schlag gegen Hitler-Deutschland, um den dringend benötigten Nachschub zu sichern.
All das und mehr erfährt der Besucher im Technikmuseum Wilhelm Bauer.
Dieses U-Boot wurde 7 Jahre in der Bundesmarine geführt, erprobt, teils umgebaut und der Stadt Bremerhaven überlassen.


https://u-boot-wilhelm-bauer.de/de/technisches.html
 


Kategorie: Technik
Rubrik: Schiffe
Hochgeladen: 18.07.2020
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Kamera: E-M1MarkII
Objektiv: OLYMPUS M.14-150mm F4.0-5.6 II
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Brennweite: 25 mm
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Keywords: Technikmuseum
Wilhelmbauer, BHV


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Kommentare zum Bild

PeSaBi
18.07.2020

ich war 1 x im Technikmuseum Speyer in einem U-Boot ... die Besichtigung war interessant ... aber Jahre später habe ich mich kein zweites Mal reingetraut ... alleine schon der Einstieg - von oben durch eine enge Luke, so wie die Seeleute - war gruselig ... und ich bin unverrichteter Dinge umgedreht ...
Hier bei Deinem Exemplar sieht der Zugang richtig komfortabel aus !
interessantes Zeitdokument !
HG - Petra

Frankenwerner
18.07.2020

Petra, Deine Panzersperre und die Beschäftigung mit dem WK 2 hat mich nochmal dazu angeregt. Aber es war für die U-Bootleute eine schlimme Zeit. Es gab auch Ein-Mann-U-Boote mit einem Torpedo an der Seite und sehr begrenzter Reichweite. das waren arge Himmelfahrtskommandos.
So, auf zum Knäckebrot. VLG Werner

Wolfgang Kaeding
20.07.2020

Hallo Werner,
nun zeigst Du ein Kriegsgerät in das ich nie hätte rein wollen. Ich hatte das Glück zu einem Zeitpunkt dort zu sein wo ich alle Innen war und ein Mitarbeiter mir dann die Schleusen aufmachte oder schloss wie ich es wollte. Diese Enge ist zwar bestens für die Mannschaft ausgelegt aber da würde ich einen rappel bekommen, dann die ewige Angst nicht raus zu kommen bei Einsätzen, ich kenne U-Boot Fahrer aus alter Zeit und die Geschichten geben mir eine Gänsehaut.
Viele Grüße Wolfgang

Frankenwerner
20.07.2020

Hallo Wolfgang, vielen Dank für Deinen Kommentar. Trotz meiner Begeisterung für bestimmte maritime Themen ging es mir nicht darum, den U-Bootkrieg zu verherrlichen. Das klingt auch nicht aus Deinen Worten hervor und es verbietet sich bei 30.000 von 40.000 U-Bootleuten, die auf See geblieben sind. Und ebenso viel Seeleute der torpedierten Konvois starben.

Als Ingenieur fasziniert mich die technische Leistung, über der allerdings die Knute des nichts verzeihenden NS-Regimes lag.
Aber am meisten hat mich bewegt, die Konsequenz dieser bis dahin völlig neuen Waffengattung aufzuzeigen, DENN: Hätte Deutschland NICHT am 8. Mai 1945 bedingungslos kapituliert und wären Bau und Einsatz der 21er-Klasse weitergegangen, hätten die Aliierten mit einem atomaren Gegegenschlag, dem 3. im Jahr 1945, reagiert. Auch darauf verweist das Museum

Das Boot U540 ist sehr gut dokumentiert und macht auch kein Hehl vom Schicksal der betroffenen Ausrüstungswerften.
Ich verstehe jeden, bei dem die Enge der Boote, die Kampfeinsätze Platzangst auslöst. Ein Arbeitskollege fuhr 7 Einsätze in der 7C-Klasse - er hatte die Traumata bis zum Jahr 1984 nicht verwunden.