fotoforum Award-Projekte 2018

Fotografieren und helfen

Fotografieren heißt auch: sehen, hinschauen, den Blick nicht verschließen vor wichtigen sozialen und ökologischen Aufgaben. Dieser Gedanke ist vielen Foto­grafen wichtig, er hat auch in der Arbeit des fotoforums eine lange Tradition.

Der ­fotoforum-Verlag stellt jedes Jahr einen fünfstelligen Betrag für die Preisgelder im fotoforum Award zur Verfügung. 2018 werden das 18.000 Euro sein. Bei der Gründung des fotoforum Awards im Jahr 2004 war diese Summe vor allem auch inspiriert davon, den Teilnehmern eine besondere Motivation zu verschaffen. Doch im Lauf der Jahre ist der Blick vieler Teilnehmer und auch unserer auf das Thema ein anderer geworden. Natürlich freut man sich über einen Gewinn von 100, 200 oder 300 Euro. Damit lässt sich mancher persönliche Wunsch erfüllen. Aber aus zahlreichen Gesprächen wissen wir auch, dass viele Fotografen am Wettbewerb in der beruhigenden Gewissheit teilnehmen, materiell ausreichend abgesichert zu sein und daher ihren Geldpreis gerne für einen guten Zweck zur Verfügung stellen möchten. Diesen Gedanken wollen wir gerne unterstützen.
Nach längerer Recherche haben wir nun drei Projekte ausgewählt, die wir aktiv fördern und begleiten möchten. Dabei haben wir uns von folgenden Kriterien leiten lassen:
Wir wollen Projekte unterstützen, bei denen wir direkten Kontakt zu den Akteuren haben, wo wir aktive Partner sein sowie mit- und voneinander lernen können.
Jedes Projekt sollte mit unseren Kernthemen Foto­grafie und Präsentation in Verbindung stehen.
Die drei Projekte sollen – soweit das mit drei Projekten möglich ist – ein breites Spektrum an Themen abdecken.
Unsere fotoforum Award-Projekte werden mit der Ausgabe fotoforum 1/2018 starten. Hier im Magazin und auf unserer Website werden wir Sie regelmäßig über den weiteren Verlauf informieren.



fotoforum Award-Projekte 2018
Foto: Markus Mauthe

Almada Mata Atlântica Project  – AMAP e. V.
Klima- und Artenschutz im Mata Atlântica-Tropenwald


Klima- und artenschutz. Der Mata Atlântica-Tropenwald in Brasilien gilt als eines der artenreichsten Ökosysteme der Erde. Schätzungen besagen, dass nur noch sieben bis zwölf Prozent intakt sind. Der Naturfotograf, Umweltaktivist und Vortragsreferent Markus Mauthe hat sich hier dem Schutz des Regenwaldes verschrieben. Er lebt dort mit seiner Familie und hat gemeinsam mit Freunden, Wissenschaftlern und vielen Unterstützern im Oktober 2016 in Deutschland den Verein Almada Mata Atlântica Project kurz: AMAP e. V.
gegründet. Der Verein hat sich den Erhalt und die Ausweitung des bereits stark fragmentierten Mata Atlântica-Regenwaldes zum Ziel gesetzt. Damit verbunden ist auch der Schutz des Goldkopflöwenäffchens, das weltweit ausschließlich an der Küste Bahias vorkommt und stark gefährdet ist. Die Arbeit von AMAP e. V. dient auch dem weltweiten Klima-, Wald- und Bio­diversitätsschutz und bildet eine Grundlage für die Existenzsicherung der dort lebenden Menschen.
Hier finden Sie weitere Infos zum Projekt:
www.amap-brazil.org



fotoforum Award-Projekte 2018
Foto: pillbox; Ina Geiser


Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e. V.
Mobilität für unterstützt sprechende Menschen


Unterstützte Kommunikation. Viele Menschen können aufgrund einer Behinderung nicht oder nicht mehr sprechen. Sie benötigen Unterstützte Kommunikation (UK), um ihre Bedürfnisse zu äußern, Fragen zu stellen, zu antworten, zu erzählen oder ihr Wissen und ihren Humor zu zeigen. Die Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e. V. hat sich vor 25 Jahren die Verbreitung der UK zur Aufgabe gemacht, sodass heute viele Menschen mit den unterschiedlichsten Einschränkungen über Gebärden, grafische Symbole oder technische Hilfen kommuni­zieren können.
Der Verein bietet eine Weiterbildung für unterstützt sprechende Menschen an. Als „Experten in eigener Sache“ referieren sie in Seminaren, Schulen und Universitäten über das Thema UK. Unterstützt sprechende Menschen benötigen oft persönliche Assistenz, barrierefreie Reisemöglichkeiten und barrierefreie Zimmer. Dies verursacht hohe Kosten. Die Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e. V. hat dafür einen Mobilitätsfonds eingerichtet.
Hier finden Sie weitere Infos zum Projekt:
www.gesellschaft-uk.de



fotoforum Award-Projekte 2018
Foto: Hans-Uwe Schütz

Biologische Station Rieselfelder Münster e. V.

Natur- und Vogelschutz im Europareservat


Natur- und Vogelschutz. Das auch von Naturfotografen viel besuchte Europareservat Rieselfelder Münster liegt etwa sechs Kilometer nördlich des Stadtzentrums von Münster. Dieses von Menschenhand geschaffene Feuchtgebiet auf den ehemaligen Verrieselungsflächen der Stadt hat als bedeutender Rast- und Mauserplatz für Zugvögel eine wichtige Verbindungs- und Trittsteinfunktion für europaweit bedrohte Vogelarten. Im nördlich gelegenen Naturschutzgebiet blieb die ursprüngliche schachbrett­artige Parzellierung der Bewässerungsflächen weitgehend erhalten. Das südöstlich angrenzende, erst 1999  wieder vernässte Naturerlebnisgebiet weist eine Vielzahl unterschiedlicher Lebensräume auf. Beide Gebiete zusammen sind als Europäisches Vogelschutzgebiet ein Baustein des EU-Schutzgebietsnetzes NATURA 2000 zur Erhaltung des europäischen Naturerbes.
Besonderes Augenmerk unserer Unterstützung liegt hier auf der Instandhaltung der – übrigens barrierefreien – Aussichtspunkte und Beobachtungshütten für Ornithologen und Naturfotografen.
Hier finden Sie weitere Infos zum Projekt:
www.biostation-muenster.org