Die Top 12 des fotoforum-Awards 3/2017
»Menschen«

1. Platz, Kategorie Beziehungen

Sabrina Mallien: »Yin & Yang«

Sabrina Mallien aus Potsdam dachte immer, man könne nur mit einer komplexen Fotoausrüstung Siegerbilder produzieren und hielt deshalb lange ihre Canon-500D-Bilder zurück. Nun war ihr Mut allerdings stärker und sie reichte dieses Kunstwerk zum Award ein. Und dieser Mut zahlte sich aus! Das Siegerbild ist Teil einer Serie, mit der Mallien die vielschichtigen zwischenmenschlichen Beziehungen, wie beispielsweise Mann/Frau, Mutter/Kind oder Vater/Sohn, zeigen möchte. Die Jury fand alle wichtigen Aspekte für ein Top-Bild und brauchte nicht lange zu diskutieren, um es mit dem ersten der ersten Plätze zu würdigen.

300 Euro / 10 Punkte

2. Platz, Kategorie Beziehungen

Thomas Pfleiderer: »Love«

Thomas Pfleiderer aus Tettnang: „Meine Bildidee war zunächst ein Schlammshooting mit einem weiblichen Model. Kurzfristig erweiterten wir das Shooting mit einem männlichen Modell. Das Bild entstand bereits recht früh während der Arbeit, als wir beide nur leicht mit nassem Sand bedeckten. Später wurde es immer mehr, bis wir schlussendlich im Schlamm endeten. Wichtig war mir von Beginn an die Authentizität, das heißt, der Sand musste überall sein, nicht nur ein bisschen am Oberarm oder der Backe, sondern eben auch in den Haaren.“ Die Jury entdeckte in diesem Bild eine innige Beziehung und der viele Sand verlieh dem Ganzen die gewisse Extraprise.

200 Euro / 7 Punkte

3. Platz, Kategorie Beziehungen

Alexey Suloev: »Two in the Universe«

Alexey Suloev aus Moskau produzierte dieses Foto 2015 in den USA im sogenannten White Pocket. Der schwer zugängliche Ort stand schon länger auf der Liste des Fotografen und nach einer beschwerlichen Anreise per Allrad-Pkw verweilte er eine ganze Nacht dort. Mit einem kleinen See im Vordergrund fand er eine perfekte Kulisse für die nächtliche Szene. Um die Dimensionen besser darzustellen, entschied er sich, zudem noch zwei Personen mit ins Bild zu nehmen. Die Juroren glaubten ihren Augen kaum und waren von der Szene, der Bildaussage und dem Sternenhimmel schwer beeindruckt.

100 Euro / 6 Punkte

1. Platz, Kategorie Alltagszenen

Thorsten Katz: »Scout«

Es ist doch immer wieder erstaunlich, wo die Award-Teilnehmer überall unterwegs sind. Thorsten Katz aus Freiburg machte eine mehrtägige Trekkingtour durch die Simien-Berge in Äthiopien. Sein bewaffneter Scout Suali beschützte ihn vor unliebsamen Begegnungen aller Art und taugte zudem auch noch als Fotomodel. Den Juroren gefielen der Bildaufbau, die Farbgebung und natürlich der friedliche Blick des Scouts, der zum abgestellten Gewehr einen Gegensatz bildet. Ein Bild, das es vermag, Geschichten zu erzählen.

300 Euro / 8 Punkte

2. Platz, Kategorie Alltagszenen

Harry Laub: »Beim Friseur«

Harry Laub aus Dossenheim trieb sich in Mahebourg auf Mauritius herum und entdeckte spontan diese Szene bei einem Friseur. „Die Szene fand ich fotogen und so fragte ich die Männer, ob ich ein Foto machen dürfe. Sie stimmten zu und so konnte ich von der Straße aus alles festhalten“, so der Fotograf. Das Bild mit vielen Ebenen lädt zum Verweilen ein und die Jury konnte kaum den Blick davon abwenden. Ein Platz weit vorne war ihm schnell sicher.

200 Euro / 7 Punkte

3. Platz, Kategorie Alltagszenen

Habib Alzadjali: »The Bedouin Boy«

Habib Al Zadjali aus dem Oman fotografierte diesen Beduinenjungen. Die Beduinen sind traditionsbewusste Menschen und halten an ihren Werten fest. So hat auch das Kamel noch einen festen Platz in ihrem Leben. Umgeben wird der Junge von omanischen Männern, die das traditionelle Kleid und Khanjars (Dolche) tragen. Die Juroren waren wie hypnotisiert vom Blick des Jungen und fanden die exotische Szene ausgesprochen spannend.

100 Euro / 6 Punkte

1. Platz, Kategorie Porträt

Harry Laub: »Nepalesin«

Harry Laub aus Dossenheim fotografierte diese nepalesische Verkäuferin vor der blauen Holzfassade ihres Obststandes. „Beim Spaziergang durch Patan fiel mir diese Nepalesin auf, die recht fotogen vor der blauen Holzfassade ihres Obststandes stand. Ich frage sie, ob ich sie fotografieren darf. Sie willigte ein und so entstand das Porträt. Also ganz unspektakulär“, umschreibt der Fotograf die Szene. Die Blicke der Juroren blieben förmlich am Blick der Dame hängen, der Natürlichkeit und Sympathie ausgesprochen gut transportiert.

300 Euro / 8 Punkte

2. Platz, Kategorie Porträt

Marcel Ehrhardt: »„Power”«

Via Facebook wurde Marcel Ehrhardt aus München auf Veronika aufmerksam. Eine Freundschaftsanfrage samt kurzer Nachricht und prompt verabredeten sich die beiden zu einer Fotosession. In seinem Wohnzimmer entlockte er Veronika genau die Mimik, die er zuvor im Hinterkopf hatte. Auch die Jury war vom Ausdruck begeistert, der durch die eher kontrastarme Bearbeitung des Bildes noch einmal verstärkt wurde.

200 Euro / 7 Punkte

3. Platz, Kategorie Porträt

Andreas Pacek: »Gutmütiger Wächter«

Im Jahr 2015 begleitete Andreas Pacek aus Neuwied das Hilfewerk MEDA in Äthiopien. „Nach den offiziellen Fotos sah ich hinter der Gruppe diesen bewaffneten Wächter. Er schaute so gütig drein, dass ich es wagte, auf die Kamera zu zeigen und ihn zu fotografieren. Da der Hintergrund unruhig war, fotografierte ich ihn von unten gegen die Sonne und den hier typischen Maulbeerfeigenbaum im Hintergrund“, so der Fotograf. Die Jury war beeindruckt von dem kreativen Porträt.

100 Euro / 6 Punkte

1. Platz, Kategorie Sport und Action

Jacqueline Hirscher: »Schneller, höher, älter - 90 Jahre fit«

Jacqueline Hirscher aus Berlin hatte ein Schlüsselerlebnis, als sie den Film Herbstgold im TV sah. Sie recherchierte und fand heraus, dass Leichtathletik bei älteren Herrschaften durchaus nichts Exotisches ist. Sie akkreditierte sich als Fotografin bei der Senioren-Europameisterschaft in Zittau und fotografierte die Teilnehmer ab 70 Jahren. „Die sportliche Atmosphäre zog mich sofort in ihren Bann, es war wieder wie bei meinen Bundesjugendspielen. Nur die Teilnehmer waren etwas älter – kicherten und scherzten aber wie früher“, umschreibt sie die Situation. Die Jury musste bei diesem Bild sicherlich erst schmunzeln, dann folgte schnell die Begeisterung. Schnell war klar, dieses Bild gehört nach ganz vorne.

300 Euro / 8 Punkte

2. Platz, Kategorie Sport und Action

Andreas Knapp: »TOUGHRUN«

Dieses Bild fotografierte Andreas Knapp aus Schönenberg-Kübelberg auf einem sogenannten Tough­run. Dahinter steckt ein 13 km langer Hindernislauf durch die Natur samt aufgebauter Hindernisse. Im Laufe des Tages wurden die Teilnehmer immer dreckiger und die Motive interessanter. Für dieses Bild begab sich Knapp in die Froschperspektive, um mit den Toughrunnern auf Augenhöhe zu sein. Die Jury war beeindruckt von den ersichtlichen Strapazen und dem trotzdem ausgesprochen positiven Ausdrucks des Hünen. Vom bequemen Sessel aus gaben alle drei Juroren den Daumen nach oben.

200 Euro / 7 Punkte

3. Platz, Kategorie Sport und Action

Andreas Klemm: »Geworfener Salto«

Andreas Klemm aus Bad Wörishofen inszenierte ein Shooting mit Turnern vor einer Turnhalle. Mit im Gepäck waren jede Menge Kunstlicht und 10 kg Mehl. „Rund 100 Bilder später waren Mehl aufgebraucht, Turner, Trampolin und Matte gut paniert und die Turner hatten wieder Bilder, um in der lokalen Presse auf ihren Sport aufmerksam zu machen“, so der Fotograf. Die Jury glaubte erst gar nicht, was sie sah, und war dann mehr und mehr vom Motiv und der Action begeistert.

100 Euro / 6 Punkte