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Der fotoforum Award

Die Top 12 des fotoforum-Awards 2/2020
»TIERE«

1. Platz, Kategorie Tiere im Wasser

Kai Kolodziej: »Vitruvianischer Frosch«

Kai Kolodziej aus Perchtoldsdorf fotografierte diesen Grasfrosch in einem Tümpel im Wienerwald. „Ausgestattet mit Wathose und Unterwassergehäuse ging es zum kleinen Tümpel. Die Grasfrösche tauchten zuerst alle ab, aber nachdem ich mich ins Wasser stellte und etwas abwartete, kamen sie wieder an die Oberfläche und ich konnte sie – indem ich mich in Zeitlupe bewegte – ablichten“, kommentiert der Fotograf sein Werk. Die Juroren stimmten einstimmig für dieses Bild: Es zeigt ein einzigartiges Motiv und präsentiert das reale Habitat der Tiere. Nichts ist geschönt, das Wasser ist, wie es ist: leicht trüb und voller Schwebteilchen.

/ 10 Punkte

2. Platz, Kategorie Tiere im Wasser

Tobias Friedrich: »YELLOW MOUTH«

Tobias Friedrich aus Niedernhausen fotografierte im Roten Meer diese Gelbmaulmuräne. „Die Muräne hat mit dem Kopf aus ihrem Loch geschaut. Durch eine bestimmte Blitzstellung konnte ich den Kopf freistellen, damit der unfotogene Hintergrund nicht sichtbar wird“, beschreibt er sein Vorgehen. Als Objektiv nutze er ein Trioplan 100 mm, damit die Punkte auf dem Kopf der Muräne hervorstechen. Die Jury erschrak zunächst aufgrund der Frontalität des Motivs, stimmte dann aber einheitlich für das Bild.

/ 7 Punkte

3. Platz, Kategorie Tiere im Wasser

Achim Crispien: »octo pussi«

Achim Crispien aus Kempten fotografierte diesen rastlosen Oktopus in Israel. Um das Tier samt seiner Bewegungen festzuhalten, belichtete er mit 1/4 Sekunde. Das besondere am Motiv: Einige Saugnäpfe blieben scharf, da sie sich nicht bewegten. Die Juroren fanden im Bild alles wieder, was einen Oktopus ausmacht: Bewegung, Eleganz, Agilität und Farbigkeit.

/ 6 Punkte

1. Platz, Kategorie Landleben

Holger Goehler: »Kolchose«

Holger Göhler aus Dresden fotografierte nicht gerade die typisch ländliche Idylle. Er richtete seinen Blick auf einen landwirtschaftlichen Großbetrieb in der Tschechischen Republik. Bei der Aufnahme fiel ihm direkt das Dreieck von Fenster, Luftschlitz und Ventilator auf und die Kuh brachte noch eine Prise Humor ins Bild. Auf den zweiten Blick schafft es das Bild allerdings auch, zum Nachdenken anzuregen, ein Aspekt, den die Jury besonders berücksichtigte.

/ 8 Punkte

2. Platz, Kategorie Landleben

Stefan Abele: »der Mob«

Stefan Abele aus Welzheim war am frühen Morgen unterwegs, um stimmungsvolle Nebelaufnahmen zu machen. Er befand sich schon auf dem Rückweg, als plötzlich zahlreiche Hörner aus dem Nebel auftauchten. „Es war fast bedrohlich, aber auch faszinierend zugleich, wie die neugierigen Tiere immer näher kamen“, beschreibt er die Situation. Der Jury lief ein leichter Frost über den Rücken, denn das stimmungsvolle Foto beeindruckte sie ausgesprochen.

/ 7 Punkte

3. Platz, Kategorie Landleben

Wolfgang Bernauer: »Die Gerberei«

„In dieser Werkstatt verarbeiten Vater und Sohn die Haut von weißen Ziegen zu feinstem Pergament. Diese getrockneten Tierhäute werden für ausgewählte Buchbindearbeiten und kalligrafische Zwecke verwendet. Die Tafel gibt an, dass im Nebenraum 200 Rehhäute im Gerbfass haltbar gemacht werden“, beschreibt Wolfgang Bernauer aus Meilen/CH sein Bild. Motiv, Inszenierung und Bildgestaltung passten wunderbar für die Jury.

/ 6 Punkte

1. Platz, Kategorie Insekten und Spinnen

Wilmhard Borngräber: »Blue Spider«

Wilmhard Borngräber aus Tangstedt: „Das Bild entstand in Hamburg bei der Lichtinstallation Blue Port, die alle zwei Jahre stattfand. Abseits von den großen Hafeninstallationen hatten mehrere Spinnen im seitlichen Geländer der Überseebrücke Netze gebaut, die ebenfalls blau angestrahlt wurden. Auch ohne Makroobjektiv ließ sich die Spinne in den Lichtreflexionen darstellen.“ Die Juroren waren begeistert von der Inszenierung des Motivs.

/ 8 Punkte

2. Platz, Kategorie Insekten und Spinnen

Jürgen Kottmann: »Gelber Kugelspringer auf Vergissmeinnicht«

Jürgen Kottmann aus Radevormwald näherte sich einem gelben Kugelspringer, der auf einer Vergissmeinnichtblüte von einem Tautropfen trank. Er nahm die Blüte samt Tier mit in sein Fotostudio. Dort gelangen ihm von dieser speziellen Szene gerade einmal drei Aufnahmen, dann war das kleine Tier schon wieder aus dem Motivbereich verschwunden. Seine Technik bestand aus einer Nikon D300, einem Balgengerät samt adaptiertem Lupenobjektiv und drei Blitzgeräten. Die Jury war von den Farben und dem einzigartigen Motiv ausgesprochen beeindruckt.

/ 7 Punkte

3. Platz, Kategorie Insekten und Spinnen

Hans-Joachim Schmidt: »Honey Wings«

Hans-Joachim Schmidt aus Sinn fotografierte die Tragflächen einer Hummel. „Durch langjährige Arbeit im Makro- und Mikrobereich entwickelt man eine bestimmte Sichtweise und Aufmerksamkeit für die kleinen Dinge im Leben. Solche Aufnahmen erfordern hohe Sorgfalt und Zeit. Vorsichtige Reinigung, Wahl des Ausschnitts, Beleuchtung und exakte Positionierung sind wegen der geringen Tiefenschärfe erforderlich. Das Bild entstand im Fokus-Stacking-Verfahren aus 56 Aufnahmen“, beschreibt er sein Werk. Die drei Juroren waren von der Detailtreue und der Schärfe angetan und verloren sich nahezu im Bild.

/ 6 Punkte

1. Platz, Kategorie Vögel

Achim Crispien: »weiß der Geier«

Achim Crispien aus Kempten war auf einer Flugshow im Allgäu, als ein Geier direkt vor im landete und seine Spannweite präsentierte. „Fast könnte man aufgrund der ungewöhnlichen Perspektive den Eindruck gewinnen, man fliegt zusammen mit dem großen Vogel“, umschreibt er sein Motiv treffend. Die Juroren lobten ebenfalls die ausgefallene Perspektive und den beeindruckenden Detailreichtum.

/ 8 Punkte

2. Platz, Kategorie Vögel

Petra Breher: »Erfolgreiche Jagd«

Petra Breher aus Löningen fotografierte während einer Beizjagd einen Habicht, der gerade die Schwingen über seine Beute – einen Hasen – ausbreitet. Für sie war es die erste Jagd, die sie fotografisch begleitete und besonders wichtig war ihr dabei die Augenhöhe zum Greifvogel und zur Beute. Die Jury war tief beeindruckt, wohlahnend, dass es sich um eine vom Menschen hervorgerufene Jagdszene handelt. Alle drei waren sich einig, dieses Motiv noch nie mit einer derartigen Intensität gesehen zu haben.

/ 7 Punkte

3. Platz, Kategorie Vögel

Guido Alfes: »Star Wars«

Guido Alfes aus Oberhausen war in der Pfalz unterwegs, als eines Morgens ein gewaltiger Schwarm Stare umherflog und den Himmel regelrecht verdunkelte. Die Tiere holten sich die Weintrauben, die von der Ernte übrig geblieben waren und machten zwischenzeitig Pause auf den Stromleitungen. „Nach zahlreichen Fotos mit kürzeren Belichtungszeiten entschied ich mich, diese zu verlängern um etwas von der Schwarmdynamik im Foto festzuhalten“, beschreibt er sein Vorgehen. Die drei Juroren fanden seine Gedanken im Bild wieder.

/ 6 Punkte